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Inakzeptables Schweigen | Unrühmliches Ende

Inakzeptables Schweigen. Da fehlen einem die Worte, wenn man die Hintergründe des grausamen Mordes an einem erst 13-jährigen Mädchen aus dem niederösterreichischen Tulln hört. Die beiden mutmaßlichen Täter, die am Montag gefasst wurden, sind erst 16 und 18 Jahre alt. Der 18-Jährige, der als Haupttäter gilt, geriet rasch in das Zentrum hitziger Debatten. Denn der aus Afghanistan stammende junge Mann war 2015 mit der Flüchtlingswelle nach Österreich gespült worden. Seither wurde er elfmal angezeigt - wegen Drogenhandels, gefährlicher Drohung und einer Prügelei, im Vorjahr saß er wegen räuberischen Diebstahls im Gefängnis - verurteilt zu zehn Monaten unbedingt, entlassen nach zwei Monaten! Heuer folgten weitere Anzeigen: Diebstahl und Einbruch. Und was macht dieser Bursche immer noch in unserem Land? Seit 2019 wird versucht, ihm den Asylstatus abzuerkennen und ihn abzuschieben. Erfolglos, weil der Akt im Bundesverwaltungsgericht kursiert. Oder dort liegen geblieben ist. Ein echter Skandal, was FPÖ und ÖVP heftig kritisieren. Und was sagen die Grünen? „Wie heikel das Asyl-Thema ist, zeigt sich in der eigenwilligen Reaktion der Grünen“, schreibt dazu in der heutigen „Krone“ Doris Vettermann: „Von der Parteispitze gibt es keine Aussage, und auch Justizministerin Alma Zadić, die vor Kurzem angeregt hatte, Abschiebungen nach Afghanistan zu überprüfen, schweigt. Aber Schweigen ist definitiv keine Lösung.“ Nein, auch wenn einem dazu die Worte fehlen - dieses Schweigen ist inakzeptabel! 

Unrühmliches Ende. Jetzt ist auch der vierfache Fußball-Weltmeister und dreifache Europameister draußen: Deutschland schied am Dienstag mit einem 0:2 im Londoner Wembley-Stadion gegen England aus. Schon zuvor hatten sich der regierende Weltmeister Frankreich und der Vizeweltmeister Kroatien verabschiedet, wie auch der noch regierende Europameister Portugal und Geheimfavorit Holland. Allesamt schieden sie im Achtelfinale aus - so wie Österreich. Wobei, wie der ORF-Moderator gestern launig anmerkte, Österreich sogar weiter gekommen ist als unser ewiger Rivale und üblicherweise übermächtiger „Bruder“ Deutschland: Weil es Österreich gegen Italien wenigstens in die Verlängerung geschafft hat, Deutschland dagegen schon nach 90 Minuten draußen war. Damit ist auch die Karriere von Jogi Löw glanzlos, ja angesichts der deutschen Ansprüche und Erwartungen unrühmlich zu Ende gegangen. Das war, daran darf man heute erinnern, schon bei seiner vorletzten Station ähnlich: 2003 wurde er, als Trainer der Wiener Austria in der Ära Frank Stronach an der österreichischen Bundesliga-Tabellenspitze liegend, gefeuert. Danach heuerte er beim DFB als Co-Trainer an, seit 15 Jahren war er Cheftrainer - und brachte es mit dem Team immerhin zum Weltmeistertitel 2014. Gleich danach, darüber sind sich die Experten einig, hätte er zurücktreten müssen - seine Teamchef-Karriere nicht erst im Achtelfinale dieser EM mit einer Niederlage beenden. 

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