04.02.2011 10:32 |

50-Jahre-Jubiläum

Donaupark: Von der Mülldeponie zum Freizeitareal

Vor 50 Jahren, exakt am 8. Februar 1961, ist der Startschuss für die Schaffung des heutigen Donauparks im 22. Bezirk gefallen. Umgebaut wurde das 100 Hektar große Areal, das bis dahin als Mülldeponie genutzt worden war, anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau im Jahr 1964. Der damals ebenfalls errichtete Donauturm steht immer noch, auch die Liliputbahn kurvt dort noch herum, nur der anlässlich der Schau errichtete Sessellift ist längst verschwunden. Dafür beherbergt die Grünanlage inzwischen ein riesiges Papstkreuz und - seit zweieinhalb Jahren - Europas erste Che-Guevara-Büste.

Nach umfangreichen Bauarbeiten wurde der Donaupark am 16. April 1964 gemeinsam mit dem rund 250 Meter hohen Donauturm von Bundespräsident Adolf Schärf eröffnet. Um die mit sieben Millionen Pflanzen und 30.000 Laubbäumen ausgestattete Gartenschau, die von April bis November desselben Jahres über die Bühne ging, auch aus der Vogelperspektive betrachten zu können, installierte die Stadt extra einen mehr als zwei Kilometer langen Sessellift. Dieser wurde mit Ende der pompösen Freiluftausstellung allerdings abgetragen. Nach wie vor exisitiert hingegen die Liliputbahn, sie wird nach der Winterpause ab etwa Mitte März 2011 wieder im Donaupark unterwegs sein.

Im Lauf der Jahre wurden weitere bauliche Änderungen am Gelände zwischen Alter und Neuer Donau unternommen. So wurde der für das Gartenspektakel ausgehobene, 30.000 Quadratmeter große Irissee in den 90er-Jahren renaturiert. Unter anderem wurden die Ufer abgeflacht und großflächige Sumpfzonen geplant. Das Kaffeehaus, das auf dem durch den Seeaushub entstandenen Berg errichtet worden war, wurde Mitte der 80er-Jahre zugesperrt.

Papstkreuz und Che-Guevara-Büste sorgten für Aufregung
Stattdessen erhielt der Donaupark neue Bauwerke, die durchaus Konfliktpotenzial in sich trugen. So wurde anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. im September 1983 ein 40 Meter hohes und 56 Tonnen schweres Stahlkreuz aufgestellt. Es soll an die zu Füßen des Donauturms abgehaltene Heilige Messe, an der rund 300.000 Menschen teilnahmen, erinnern. Im Sommer 2010 stand aufgrund von Sicherheitsmängeln und zu hohen Renovierungskosten der Abriss des Monumentaldenkmals im Raum. Nachdem vor allem die "Kronen Zeitung" die drohende Fällung des Symbols zum öffentlichen Thema gemacht hatte, setzten sich Kardinal Christoph Schönborn und Bürgermeister Michael Häupl (SP) höchstpersonlich für die Erhaltung des Kolosses ein.

Mehr Infos zur turbulenten Geschichte von Papstkreuz und Che-Guevara-Büste findest du in der Infobox.

Für einiges Aufsehen sorgte zudem Europas erste Che-Guevara-Büste, die im Herbst 2008 unter Häupls Beisein im Donaupark enthüllt wurde - unter heftiger Kritik von ÖVP und FPÖ. In die Schlagzeilen kam der in Bronze gegossene Revolutionär noch einmal im Frühjahr 2009, als der Figur von Unbekannten die Nase abgesägt wurde. Kurz darauf ließ die städtische Kulturabteilung eine 3.800 Euro teure Nachbildung des Riechorgans anfertigen und ordnungsgemäß montieren.

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