10.06.2021 17:41 |

Weiterer Rückschlag

Deutsche Ex-Ministerin Giffey verliert Doktortitel

Die Freie Universität Berlin entzieht der kürzlich zurückgetretenen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wegen Plagiaten in ihrer Dissertationsschrift den Doktortitel. Zur Begründung hieß es, der Titel sei durch „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ erworben worden. Giffey bleibt jedoch dabei: Sie habe die Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen verfasst“.

Wie die Freie Universität Berlin am Donnerstag mitteilte, fasste das Hochschulpräsidium „nach umfassender Beratung einstimmig“ den Beschluss, der Spitzenkandidatin der Berliner SPD zur Abgeordnetenhauswahl im September den Doktorgrad zu entziehen.

Giffey selbst äußerte sich dazu in einer Serie von Tweets: „Nachdem sie noch im Jahr 2019 bestätigt hatte, dass es sich bei meiner 2010 mit ‘magna cum laude‘ bewerteten Dissertation um eine 'eigenständige wissenschaftliche Leistung' handelt, mir eine Rüge erteilte und den Doktortitel nicht aberkannte, ist sie nun zu einem anderen Ergebnis gekommen.“

„Fehler weder beabsichtigt noch geplant“
„Diese Entscheidung akzeptiere ich. Nach wie vor stehe ich zu meiner Aussage, dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe. Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind, bedaure ich. Diese waren weder beabsichtigt noch geplant“, so die 43-Jährige. Auf Twitter reagiert man eher negativ auf die versuchte Rechtfertigung der Politikerin.

Universität erteilte bereits eine Rüge
In einem ersten Verfahren war der 43-Jährigen im Oktober 2019 von der Freien Universität eine Rüge erteilt worden. Nach Kritik wurde die Prüfung aber im vergangenen November neu aufgerollt. Giffey hatte zu einem früheren Zeitpunkt versichert, sie werde als Ministerin zurücktreten, wenn ihr der Doktortitel aberkannt werde. Zudem führt sie den Titel seit November nicht mehr.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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