19.05.2021 11:47 |

Plagiatsvorwürfe

Deutsche Familienministerin trat zurück

Nach Plagiatsvorwürfen und wegen einer laufenden Überprüfung ihrer Dissertation durch die Freie Universität Berlin ist die deutsche Familienministerin Franziska Giffey (SPD) nun zurückgetreten.

Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, bat die 43-Jährige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Entlassung. Giffey ist auch Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September und will das auch bleiben. Sie kämpft damit um das Amt der Regierenden Bürgermeisterin der deutschen Hauptstadt.

Berliner SPD hält an Giffey fest
Die Berliner SPD teilte ebenfalls mit, sie werde an Giffey festhalten. Die Partei gehe „nun mit einer Spitzenkandidatin in den Wahlkampf, die sich mit ganzer Kraft auf ihre Herzenssache Berlin konzentriert“, erklärte Ko-Landesparteichef Raed Saleh.

„Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben“
„In den letzten Tagen sind erneut Diskussionen um meine Dissertation aus dem Jahr 2010 aufgekommen“, erklärte die SPD-Politikerin weiter zu ihrem Rücktritt als Ministerin. Auch wenn sie selbst weiterhin zu ihrer Aussage stehe, „dass ich meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben habe“, und die Prüfung der Doktorarbeit noch nicht abgeschlossen sei, ziehe sie bereits jetzt „die Konsequenzen aus dem andauernden und belastenden Verfahren“. Giffey begründete diesen mit dem Anspruch von Regierung, SPD und Öffentlichkeit „auf Klarheit und Verbindlichkeit“.

Universität erteilte bereits eine Rüge
In einem ersten Verfahren war der 43-Jährigen im Oktober 2019 von der Freien Universität eine Rüge erteilt worden. Nach Kritik wurde die Prüfung aber im vergangenen November neu aufgerollt. Giffey hatte zu einem früheren Zeitpunkt versichert, sie werde als Ministerin zurücktreten, wenn ihr der Doktortitel aberkannt werde. Zudem führt sie den Titel seit November nicht mehr.

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