Wie zu Omas Zeiten

Nur sieben Tage im Mai ohne Regen und zu kühl

Statt Wonne war der Mai für die Tonne! Und zwar für die Regentonne. „In St. Wolfgang wird’s bis zum Monats- und damit Frühlingsende 22 oder 23 Regentage gegeben haben“, kennt Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet das Frühlings-Regenloch Oberösterreichs. Für unser Gespür war es um bis zu 2,5 Grad zu kalt, doch zu Omas Zeiten „wäre es ein ganz normaler Frühling gewesen“.

„Im Betrachtungszeitraum von 1961 bis 1990 ist die Abweichung fast bei null, im aktuellen Beobachtungszeitraum (1990 – 2021) bei minus 2,5 Grad“, sagt Zimmermann. Damit sieht man deutlich, dass die Durchschnittstemperaturen gestiegen sind – Klimawandel!

Zwei Tage über 30 Grad
In Kollerschlag war’s mit minus 2,9 Grad Abweichung am kältesten, in Unterach mit 231 Liter Regen pro Quadratmeter am nassesten, und mit minus 3,8 Grad war Summerau der kälteste Ort unter 1000 Meter Seehöhe. Es gab zwei Tage über 30 Grad und am 10. Mai wurden in Bad Ischl 30,9 Grad gemessen – Maihöchstwert für OÖ. „In Summe war es der kälteste Frühling seit 25 Jahren“, bestätigt der Meteorologe.

Kälte bremst Spargel
Das wirkt sich auch aus. „Wir sind auf den Feldern um zwei Wochen hinten“, sagt Andreas Hoffelner aus Kremsmünster, Sprecher der 60 Erdbeerbauern ob der Enns. In Sonnentunneln erntet er schon, auch einige Frühsorten reifen, allerdings die Haupternte kommt erst. „Dann sollte es nicht zu viel regnen“, sagt Hoffelner. Und die Spargelbauern haben „sehr gute Qualität, aber die Menge passt nicht“, sagt Rosemarie Lindinger aus Pupping. Die Kälte bremst den Spargel.

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Wir müssen uns auf große Veränderungen einstellen. Bis zum Jahr 2100 wird es eine Verzehnfachung der Hitzetage geben.

Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Grüne

Ab Mittwoch Frühsommer
„Wir haben in den vergangenen Jahren immer sehr früh zu stechen begonnen, heuer war es mit erstem Mai relativ normal. Wir werden bis zum Johannistag am 24. Juni gute Qualität haben. Beginnt man sehr früh, wird der Spargel zum Ende der Saison immer dünner.“ Für die kommende Woche ist ab Mittwoch Frühsommer angesagt mit Temperaturen über 20 Grad – aber von stabilem Sommer ist noch keine Spur.

Ballungsraum muss klimafitter werden
In den kommenden Jahren erwartet Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) aber einen Anstieg der Temperaturen. „Daher müssen wir uns Gedanken machen, wie wir gerade unsere großen Ballungszentren klimafit machen können“, sieht er die Notwendigkeit für eine Regionalklima-Analysen. Nach Linzer Vorbild sollen nun auch Wels, Enns und Steyr motiviert werden, Klimafunktionskarten und Planungshinweiskarten zu erstellen.

Mario Zeko
Mario Zeko
Markus Schütz
Markus Schütz
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Samstag, 16. Oktober 2021
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