23.05.2021 11:02 |

Zu wenige Anreize?

Wiener Pflichtschulen gehen bald die Lehrer aus

Pensionierungswelle, Abwanderung in die Bundesländer: Den Wiener Pflicht- und Berufsschulen drohen in absehbarer Zeit die Lehrer auszugehen. Zahlen aus dem Rathaus zeigen: Die Stadt geht recht lasch mit dem Thema um. Und die Vorschläge der Opposition sind gesellschaftliches Dynamit.

Zu den Fakten. Eine Anfragebeantwortung durch Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) zeigt:

  • Jeder zweite Berufschullehrer sowie jeder dritte Pflichtschullehrer ist älter als 50 Jahre. Sechs Prozent sind über 60, haben den Ruhestand in Sichtweite.
  • Jeder fünfte Lehrer lebt nicht in Wien, hat seinen Wohnsitz woanders. Dennoch hat die Stadt keine Ahnung, ob und wie viele Lehrkräfte abwandern (wollen). Das wird nicht erhoben.
  • Abgesehen vom Corona-Ausnahmejahr verzeichnen die 14.500 Lehrer in Summe 300.000 Überstunden jährlich. Pro Kopf wären das 20 Stunden (worüber mancher Polizist nur lächeln kann).
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Die Wiener Stadtregierung darf nicht tatenlos zusehen, wie viele Lehrer in andere Bundesländer oder Berufe abwandern, und muss dringend handeln.

Thomas Krebs, Vorsitzender Zentralausschuss Wiener Pflichtschullehrer

Aber: „Mit den Pensionierungen wird das Problem noch größer, und die Stadtregierung schaut tatenlos zu“, wettert ÖVP-Bildungssprecher Harald Zierfuß. Parteikollege und Gewerkschafter Thomas Krebs fordert Anreize, um Berufseinsteiger anzulocken: Verbilligte Öffi-Tickets, ein Lehrer-Pickerl, damit sie in Schulnähe parken können oder „Hilfe beim teuren Wohnen“ (sprich: Mietzuschuss). Was wohl die anderen Berufsgruppen dazu sagen? Gesellschafliches Dynamit ...

Alexander Schönherr
Alexander Schönherr
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