15.04.2021 06:00 |

Vierbeiner im Trend

Die Steiermark erlebt einen Haustier-Boom

Selten zuvor war die Nachfrage nach einem tierischen Familienmitglied höher. Zeitgleich können viele die Kosten nicht mehr stemmen.

Es waren viele Hunde und Katzen, sogar solche, die seit vielen Jahren im Tierheim ihr Dasein fristeten, die während des vergangenen Jahres ihr Körberl bei ihrer neuen Menschen-Familie beziehen durften. „Wir hatten zeitweise einen historischen Tiefststand von 40 Hunden“, bilanziert Charly Forstner, Chef der „Arche Noah“ Graz. Sonst steigt die Zahl bis auf 160!

Auch jetzt merkt er noch den verstärkten Trend zum Haustier - wenngleich er vor zu viel Leichtfertigkeit warnt. „Zeitgleich steigen nämlich die Anfragen von Menschen, die sich Futter oder Tierarzt nicht mehr leisten können. Da spielen sich Dramen ab. Man muss unbedingt genau alle Fakten überlegen, bevor man sich für ein Tier entscheidet.“

Zuerst nachdenken, dann Haustier holen
Das sind: „Habe ich genug Zeit, Geld und Liebe, um einem Tier gerecht zu werden?“, mahnt auch Ingrid Stracke vom Gnadenhof Purzel & Vicky. „Und zwar dessen ganzes Tierleben lang.“ Dass viele vorab zu wenig darüber nachdenken, sorge für viel Leid. Zu den Tierarztkosten gibt die Grafik links unten einen ungefähren Überblick - das sind nur durchschnittliche Basiszahlen, die Summen können dramatisch höher ausfallen. Wenn zum Beispiel Operationen anstehen (Hüfte, Gaumensegel etc.), die tatsächlich Tausende von Euro verschlingen.

Tierschutz steht vor Problemen
Zwei weitere akute Problemfelder sind derzeit im Tierschutz evident: dass immer wieder Welpen aus dem Kofferraum verkauft werden - was natürlich verboten ist. Und wo man durch den Kauf Tierleid fördert! Forstner: „Viele dieser Vierbeiner landen später bei uns im Heim. Wenn der Besitzer draufkommt, dass das Hunderl aus der ausländischen Tierindustrie zwar billig zu kaufen war, aber teuer zu behandelnde Krankheiten hat.“ Und: Dass Heime immer öfter auf schwierig zu vermittelnden Modehunden, wie Staffordshireterrier, sitzen bleiben. Charly Forstner: „Mit dieser Problematik dürfen wir nicht länger allein gelassen werden.“

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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