05.04.2021 11:00 |

Versteckte Kameras

Luxusrestaurants in Paris illegal geöffnet

Ein Fernsehbericht über geheime Luxusdiners trotz Corona-Pandemie sorgte in Frankreich für Wirbel - und für Ermittlungen der Justiz. Nachdem die Behörden am Sonntag wegen des Berichts des privaten Fernsehsenders M6 Ermittlungen in Auftrag gegeben hatten, zog die bis dahin anonyme Quelle ihre Behauptung, bei den Abendessen seien auch Minister gewesen, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zurück.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Staatsanwalt Rémy Heitz hatte am Sonntag erklärt, die Polizei solle prüfen, „ob Abende unter Missachtung der Gesundheitsregeln organisiert“ worden seien. Auch die „eventuellen Organisatoren und Teilnehmer“ sollten ermittelt werden. Außer um den Vorwurf der Gefährdung anderer gehe es in den Ermittlungen auch um mutmaßliche Schwarzarbeit.

„Ziel der Untersuchung ist es, zu überprüfen, ob Partys unter Missachtung der Gesundheitsvorschriften organisiert wurden und zu ermitteln, wer die Organisatoren und Teilnehmer gewesen sein könnten“, hieß es. In dem Bericht, der am Freitagabend ausgestrahlt wurde, wird ein geheimes edles Restaurant in Paris gezeigt, das trotz der Corona-Maßnahmen geöffnet hat.

Restaurants seit Ende Oktober geschlossen
In Frankreich sind die Restaurants Ende Oktober wegen der Pandemie geschlossen worden. „Menschen, die hierherkommen, nehmen ihre Masken ab“, sagt ein unkenntlich gemachter Mitarbeiter. „Wenn Sie hier einmal durch die Tür sind, gibt es kein Covid“. Der Bericht zeigt außerdem ein Fest in einem edlen Etablissement, bei dem die Menschen ebenfalls keine Masken tragen und keine Abstandsregeln einhalten. Die Corona-Lage in Frankreich ist extrem angespannt, erst am Wochenende sind neue landesweite Beschränkungen in Kraft getreten.

Anwesende Politiker „nur ein Scherz“
Nicht bestätigt hat sich der Vorwurf, dass auch Regierungsmitglieder in den Lokalen zu Gast waren. Als Quelle gab sich am Sonntagabend Pierre-Jean Chalençon zu erkennen, der über seinen Anwalt mitteilen ließ, es habe sich um einen Spaß gehandelt. Chalençon ist Napoleon-Experte und Besitzer des Palais Vivienne, einem Veranstaltungsort im Zentrum der französischen Hauptstadt Paris. In dem TV-Bericht hatte er als einer der Organisatoren anonym über die Abende berichtet.

Unter dem Hashtag #OnVeutLesNoms (deutsch: „Wir wollen die Namen“) empören sich Menschen in sozialen Netzwerken über die gezeigten Szenen. Innenminister Gérald Darmanin forderte am Sonntagnachmittag die Polizeipräfektur auf, „die Richtigkeit der berichteten Tatsachen zu überprüfen, um, falls sie sich bestätigen, die Organisatoren und Teilnehmer dieser heimlichen Abendessen strafrechtlich zu verfolgen“.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).