04.04.2021 06:00 |

Neue Heimat gefunden

Gerettete Osterlämmchen: Glück auf Gut Aiderbichl

Sie heißen „Ben“, „Paul“ und „Lia“: Drei herzige Woll-Winzlinge, die zu Ostern auf Gut Aiderbichl im Salzburger Flachgau eine neue Heimat gefunden haben. Das Trio war zittrig und schwach, wird jetzt aber von Tag zu Tag stärker. Eine ordentliche Portion Glück und liebevolle Pflege halfen ihnen wieder auf die Beine.

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„Lia" war das kleinste Lämmchen: Neugeboren gerade einmal viereinhalb Kilo schwer. Es konnte kaum stehen. Die eigene Mutter hatte es nach der Geburt auf einem Salzburger Bauernhof verstoßen. „Der Tierarzt gab der Kleinen eine 50-Prozent-Chance, dass sie durchkommt. Wir haben gewusst, dass wir viel Glück brauchen“, erzählt Tierpflegerin Eva Zach, die für „Lia“ wie eine Mutter ist.

Eva nahm das winzige Lämmchen mit nach Hause, fuhr sämtliche Bauern ab, um Muttermilch zu bekommen, und flößte „Lia“ dann jede Stunde mit einer Pipette einige Tropfen Milch ein: „Mehr war nicht drin. Die Flasche hat sie noch nicht angenommen.“ Nach den ersten drei Nächten war das Osterlämmchen dann über den Berg. Es begann endlich selbstständig zu trinken.

Oster-Ausflüge nach Gut Aiderbichl möglich
Jetzt wird es schon richtig keck, schaut neugierig aus der Box, lugt zu Pony „Finn“ in die Nachbarbox und springt freudig auf, wenn Eva zur nächsten Fütterung kommt. Die Beziehung ist eng. In einem jämmerlichen Zustand Hilfe zu bekommen, das verbindet. Ein so lautes, kräftiges „Mähhh!“ traut man dem kleinen Osterstar zuerst gar nicht zu. Tiere sind hier unter Tieren: Blöken vermischt sich mit Wiehern, Grunzen und Quieken

„Heute hat sie sogar schon am Heu geknabbert“, erzählt eine Kollegin aus der Tierpflege. Mit offenem Mund steht ein kleines Mädchen an der Box, ist wohl überzeugt, dass hier der Osterhase höchstpersönlich nicht weit sein kann. Vermehrt kommen in der schwierigen Corona-Situation wieder Besucher ins Tierparadies - natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsauflagen. „Ist es nicht der perfekte Oster-Ausflug?“, verweist Aiderbichl-Chef Dieter Ehrengruber darauf, dass Aufenthalt im Freien auf einem riesigen Areal geboten wird.

Großes Tierglück auch für „Ben“ und „Paul“
Schafkind „Lias“ Geschichte begann mit einem Hilferuf für „Lämmchen im Doppelpack“, der Gut Aiderbichl kurz vor Ostern erreichte. Mit „Lia“ kam auch „Paul“ auf das Gut. „Es war mit seinen vier Wochen schon kräftiger“, erzählen die Pfleger, dass sie sich bei ihm nicht so große Sorgen machen mussten.

Ein ähnliches Schicksal und jetzt das große Tierglück teilen die beiden mit „Ben“. Er wurde ebenso von seiner Schaf-Mutter auf einem Salzburger Hof verstoßen. Sämtliche Versuche, die beiden aneinander zu gewöhnen, scheiterten. Die Landwirte schafften es zeitlich auch nicht, ein Flaschenbaby groß zu ziehen, und wandten sich hilfesuchend an Gut Aiderbichl. Der kleine „Ben“ hüpfte nach elf Tagen schon herum wie ein Großer.

Später einmal werden „Lia“, „Paul“ und „Ben“ in die Schafherde - 37 Artgenossen wie auch bedrohte Zackelschafe sind es allein in Henndorf - integriert sein und zufrieden über die Weiden springen.

Ohne die rührende Pflege wären die Schafkinder beim Schlachter gelandet. Ihre Geschichten sollen auch zum Nachdenken anregen, ob es zu Ostern wirklich ein Lammbraten sein muss. Dieter Ehrengruber appelliert außerdem, dass Tiergeschenke stets gut überlegt sein sollten: „Tiere bedeuten Verantwortung. Sie bleiben auch nicht immer Babys.“

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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