29.03.2021 16:24 |

Erste Einigung erzielt

Corona-Gipfel: Wien verlängert Lockdown bis 11.4.

Wien verlängert den Corona-bedingten Oster-Lockdown: Bis 11. April bleiben Einzelhandel, Friseure & Co. nach Informationen der „Krone“ geschlossen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hatte die Verlängerung bereits vorab angekündigt - in der Videokonferenz Montagmittag mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wurde die Entscheidung nun fixiert. Ludwig folgte der einhelligen Expertenmeinung, dass an härteren Maßnahmen nichts vorbeiführe, um die Situation auf den Intensivstationen wieder unter Kontrolle zu bringen.

Ob Niederösterreich und das Burgenland mitziehen, ist noch offen. Die Landeshauptleute Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Hans Peter Doskozil (SPÖ), die ebenfalls an der Videokonferenz teilnahmen, wollten noch bis Montagabend oder Dienstagfrüh beraten, hieß es gegenüber der „Krone“. Für die Besprechung wurden wieder einige Fachleute beigezogen, auch das Kanzleramt war zugeschaltet.

Mikl-Leitner und Doskozil nicht überzeugt
Niederösterreich steht einem verlängerten Lockdown jedenfalls weiterhin eher skeptisch gegenüber, die bereits gesetzten Maßnahmen würden ausreichen. Dazu gehört etwa, dass bei Infektionsfällen auch K2-Personen verpflichtend getestet werden. An den Volksschulen und Kindergärten wird bereits bei einem positiven Test die Klasse bzw. Gruppe gesperrt. Bei der Südafrika-Variante ist die Quarantäne strenger, zudem gibt es ein Inzidenz-Vorwarnsystem, das bei 300 anschlägt.

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Für Niederösterreich ist es sinnvoll, die Entwicklung in den nächsten Tagen weiter genau zu beobachten, bevor heute schon wieder neue Schritte gesetzt werden.

Johanna Mikl-Leitner

Im Burgenland haben unterdessen die Landesspitäler angekündigt, auf „Notbetrieb“ umzustellen. Auch Doskozil dürfte einer Lockdown-Verlängerung dennoch negativ gegenüberstehen. Er soll auch angeregt haben, am Ostermontag wieder einen Gipfel mit allen Ländern einzuberufen, sofern die Infektionszahlen wieder bundesweit steigen.

„Kritische Situation in den Spitälern“
Aus dem Gesundheitsministerium hieß es gegenüber krone.at, dass man die Entscheidung des Wiener Bürgermeisters sehr begrüße. Man hoffe weiterhin darauf, dass auch die beiden anderen Bundesländer noch mitziehen und den „einhelligen Expertenrat“ während der Verhandlungen annehmen. Letztlich braucht das Ressort von Gesundheitsminister Anschober zur Umsetzung einer entsprechenden Verordnung auch die Zustimmung des Koalitionspartners auf Bundesebene.

Video: Sollten Politiker auch eine „Osterruhe“ einhalten?

Die Situation sei kritisch und man müsse sich auch darüber im Klaren sein, dass die Zahlen ohne Lockdown jedenfalls drastisch steigen würden - man müsse nun gemeinsam versuchen, die Spitäler vor einer Überlastung zu bewahren, betont man im Ministerium. Innerhalb einer Woche seien in Ostösterreich demnach 76 Intensivpatienten mehr gemeldet worden.

Reduzierung auf Einzelbesuche, Handel dicht
Zunächst sollte die „Osterruhe“ im Osten des Landes einheitlich von 1. bis 6. April gelten. Der jüngste Entwurf liegt krone.at vor. Einmal mehr werden darin im Hinblick auf die Osterfeierlichkeiten vor allem soziale Kontakte neu geregelt. Im Osten sind Familienbesuche demnach nur erlaubt, wenn eine Einzelperson einen anderen Haushalt besucht. Der Handel macht - bis auf Supermärkte etc. - komplett dicht. Auch für Ein- und Ausreisen aus der Ostregion wird es wohl gute Gründe brauchen - ähnlich wie bei der Ausgangsbeschränkung, die wieder ganztägig eingeführt wird.

Martin Kallinger
Martin Kallinger
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