21.03.2021 17:08 |

Tagelanger Starkregen

„Jahrhundert-Flut“ überschwemmt Australien

Tagelanger Starkregen hat im Osten Australiens zu den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten und zur Evakuierung ganzer Ortschaften geführt. Die Behörden stuften die Lage in Teilen des Bundesstaats New South Wales am Sonntag als Naturkatastrophe ein und ließen Menschen nachts aus ihren Häusern in Sicherheit bringen.

„Leider erleben Teile der Küste im mittleren Norden eine Situation, wie es sie nur einmal in 100 Jahren gibt“, sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten australischen Bundesstaats, Gladys Berejiklian, auf einer Pressekonferenz. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie die Wassermassen Autos, Vieh und sogar ein ganzes Haus fortrissen. „Das Wasser stand höher als der Türrahmen. Es hat alles weggeschwemmt. Sie haben nichts mehr, alles ist zerstört“, berichtete ein Mann der Zeitung „The Sydney Morning Herald“ über das Haus seiner Eltern in der Ortschaft Telegraph Point.

Hunderte Menschen aus Fluten gerettet
Mehr als 750 Menschen seien aus den Fluten gerettet worden, meldeten Medien unter Berufung auf die Behörden. Das Unwetter habe Bäume entwurzelt, Häuser und Straßen beschädigt und mancherorts zu Stromausfällen geführt. In Penrith nahe Sydney sei auch ein Gefängnis evakuiert worden. Am Montag sollen Hunderte Schulen in dem Bundesstaat geschlossen bleiben. Australiens Premierminister Scott Morrison sprach von einer „Jahrhundert-Flut“ und sagte den betroffenen Gebieten Hilfe zu.

Für einen knapp 900 Kilometer langen Streifen entlang der Ostküste gab der Meteorologische Dienst wegen des anhaltenden Starkregens und stürmischer Winde eine Unwetterwarnung heraus. Auch das Hinterland im Westen Sydneys war betroffen: Dort schwappten die Wassermassen über einen Damm, der die Wasserversorgung der Millionenmetropole sichert. In der gut 200 Kilometer weiter nördlich gelegenen Gemeinde Mondrook wurde ein ganzes Haus von den Fluten aus seinem Fundament gehoben und weggeschwemmt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Vorerst keine Entwarnung in Sicht
Meteorologen fürchten, dass es auch in den kommenden Tagen weiter heftig regnen wird. Da über die Ufer getretene Flüsse auch nach dem Ende des Regens länger brauchen dürften, bis das Hochwasser abgeflossen ist, rechnet der staatliche Katastrophenschutz mit Einsätzen „bis weit nach Ostern“. In diesem Jahr fällt der Ostersonntag auf den 4. April.

Quelle: APA/dpa

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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