03.03.2021 11:04 |

30 kg versus 17.000 l

E-Autos verbrauchen weniger Rohstoffe als Benziner

Elektroautos verbrauchen deutlich weniger Rohstoffe als Autos mit Verbrennungsmotor. Das ist das Ergebnis einer Studie von Transport & Environment (T&E). Der Dachorganisation europäischer Verkehrsverbände zufolge benötigt ein E-Auto-Akku mit Recycling insgesamt 30 Kilogramm Rohstoffe, ein durchschnittlicher Verbrenner dagegen 17.000 Liter Benzin.

Für Stef Cornelis, Direktor Deutschland bei T&E, steht der Rohstoffbedarf der beiden Antriebsarten „in keinem Verhältnis zueinander“: „Ein durchschnittliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verbrennt im Laufe seiner Nutzungsdauer eine Ölmenge, die - in Fässern gestapelt - von der Höhe her einem 25 Stockwerke hohen Gebäude entspricht. Betrachtet man das Recycling der Batteriematerialien, so würden bei einem Elektrofahrzeug nur etwa 30 Kilogramm Metall verloren gehen. Mit anderen Worten: ein Klumpen in der Größe eines Fußballs“, wird Cornelis in einer Mitteilung der Organisation zitiert.

Rohstoffbedarf für E-Autos wird weiter sinken
Damit sei die Abhängigkeit vom Erdöl in Europa derzeit bei weitem höher als der Bedarf an Batterierohstoffen. Eine Diskrepanz, die der Studie von T&E zufolge noch zunehmen werde, da der technische Fortschritt nicht still stehe. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts soll sich demnach die Menge an Lithium in Batterien von Elektrofahrzeugen um die Hälfte senken lassen. Die benötigte Menge an Kobalt werde um mehr als drei Viertel und der Nickelbedarf um etwa ein Fünftel sinken. Zugleich werde den Bedarf an neuen Rohstoffen zur Herstellung von E-Autos deutlich reduziert werden, was man von Verbrennern laut T&E „nicht gerade behaupten kann“.

Bis 2035, schätzt die Organisation, könnte es sich bei mehr als einem Fünftel des Lithiums und bei 65 Prozent des für die Herstellung benötigten Kobalts um bereits recycelte Rohstoffe handeln.

Europäische Batterieproduktion wird bereits 2021 Eigenbedarf decken
Laut der Studie wird Europa außerdem wahrscheinlich schon 2021 genug Batterien produzieren, um den eigenen Markt für Elektrofahrzeuge zu versorgen. Für das nächste Jahrzehnt sind demnach bereits 22 Batterie-Gigafabriken mit einer Gesamtproduktionskapazität von 460 GWh im Jahr 2025 geplant - genug für rund acht Millionen batteriebetriebene Fahrzeuge. „Heute sind wir auf die Importe von Öl angewiesen. Die künftige Abhängigkeit von Rohstoffen für Batterien wird im Vergleich zu heutigen Ölimporten viel geringer sein. Die Steigerung der Batterieeffizienz, Technologieverbesserung und verpflichtende Recycling-Vorgaben werden den Ressourcenverbrauch signifikant reduzieren“, ist Cornelis überzeugt.

Insgesamt seien E-Autos auch viel besser für das Klima, da sie im Laufe ihrer Nutzungsdauer im Vergleich zu Benzinern 58 Prozent weniger Energie benötigten, so die Studie. Sogar in Polen, dem Land mit der umweltschädlichsten Stromversorgung in der EU, produzierten Elektrofahrzeuge 22 Prozent weniger CO2 als Benziner.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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