24.02.2021 12:02 |

Dschihadisten-Prozess

Zehneinhalb Jahre Haft für deutschen IS-Chef

Er soll der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat in Deutschland und für die Anwerbung von Kämpfern zuständig gewesen sein. Nun ist der Iraker Abu Walaa vor einem Gericht in Niedersachsen zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht erklärte den 37-Jährigen wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrororganisation für schuldig.

Der Hassprediger und sein Netzwerk haben nach Überzeugung der Richter junge Leute radikalisiert und die IS-Kampfgebiete geschickt. Drei Mitangeklagte erhielten Strafen zwischen vier und acht Jahren.

Hassprediger, Chef-Anwerber und Hauptangeklagter
Abu Walaa war Imam der Moschee des inzwischen verbotenen Vereins „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“. Ein mitangeklagter Deutsch-Serbe, der acht Jahre Haft erhielt, soll seine Wohnung in Dortmund als Gebetszentrum genutzt und dort auch zeitweise den Islamisten Anis Amri (siehe Bild unten) beherbergt haben. Amri verübte 2016 einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, bei dem zwölf Menschen starben.

Kritik an Kronzeuge und V-Mann
Eine große Rolle spielte im Prozess auch ein Kronzeuge, der die Behörden als V-Mann mit Informationen aus der islamistischen Terrorszene versorgte. Die Verteidigung zog die Glaubwürdigkeit dieses Kronzeugen in Zweifel. Dem V-Mann warf sie vor, selbst zu Anschlägen angestachelt zu haben.

Quelle: APA

Gabor Agardi
Gabor Agardi
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