22.02.2021 14:39 |

Neuer Trend

Pistengehen wird zur eigenen Sportdisziplin

Noch nie zuvor waren so viele Menschen mit Tourenskiern unterwegs, wie in diesem Winter. Doch nicht alle zieht es auf einsame Berggipfel. „Viele wollen sich nur sportlich betätigen“, sagt Benedikt Böhm vom Bergsport-Ausrüster Dynafit, dem Pionier des Pistengehen-Booms.

Skitourengehen oder Skibergsteigen, also das Erklimmen von Bergen im Winter mit Skiern, ist alles andere als schnell erlernt. „Es braucht viel Erfahrung, denn im alpinen Gelände lauern Gefahren wie Lawinen und man muss mit den Skiern auch sicher wieder vom Berg hinunter kommen“, so der deutsche Extremskibergsteiger Benedikt Böhm, der den 8163 Meter hohen Manaslu in Nepal in einer Rekordzeit von 23,5 Stunden bestieg.

Den meisten ist er aber als Chef des Bergsport-Ausrüsters Dynafit bekannt, wo er in Tutorialvideos Innovationen präsentiert - wie moderne Tourenskier oder superleichte Pin-Bindungen für schnelle Aufstiege: „Die Skipiste ist für mich der perfekte Einstieg in den Tourensport. Wir wissen aber, dass 60 Prozent der Pistengeher gar nicht hinaus ins Gelände wollen. Das Pistengehen entwickelt sich zu einer eigenen Sportart. Denn das Bergaufgehen mit Skiern ist zum Fitness-Trend im Winter geworden - wie Joggen im Sommer.“

Das klassische Skitourengehen hat sich weiterentwickelt, und Dynafit war der erste Bergsport-Ausrüster, der diesen Trend erkannt und sogar eine eigene sexy Speedfit-Kollektion dafür entwickelt hat.

Böhm: „Die Bewegung an der frischen Luft kurbelt nicht nur das Herz-Kreislauf-System an, sondern stärkt auch den Muskel- und Sehnenapparat im ganzen Körper.“ Der Erfolg spricht für Dynafit. Doch in den Skigebieten steht man der neuen Sportart oft noch unbeholfen gegenüber. Skigebiete wie Nassfeld, Gerlitzen oder Goldeck bieten zwar Aufstiegsrouten abseits der Piste an, während andere den Aufstieg auf der Piste erlauben, wie das Dreiländereck, wo Liftboss Wolfgang Löscher einen Wachdienst patrouillieren lässt: „Die Leute zahlen die Gebühr für die Pistenbenützung ohne zu murren und schätzen das Angebot.“

Benedikt Böhm hofft, dass noch mehr Skigebiete den Trend erkennen und mit dem Tourismus verstärkt eine eigene Infrastruktur für Pistengeher entwickeln, wie man es früher mit Funparks für Snowboarder gemacht hat. Denn das Pistengehen ist gekommen, um zu bleiben. Benedikt: „Früher war die Skimode der Trendsetter im Winter, heute prägen Bergsportfirmen das Image auf den Pisten - und das Equipment für Skitouren verschmilzt mit Ski alpin.“ 

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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