03.02.2021 12:44 |

Fast 1,3 Promille

Wien: Mann bedrohte Jugendliche in Straßenbahn

Polizeieinsatz am Dienstagnachmittag im Wiener Bezirk Landstraße: Ein betrunkener Mann hatte in einer Straßenbahn drei Jugendliche beschimpft und damit gedroht, „sie abzustechen“, wie die Opfer später gegenüber den Beamten erklärten. Der Verdächtige war nach der Tat aus der Bim gestiegen und mit einer anderen Tramway weitergefahren. Die Polizisten konnten ihn schließlich ausfindig machen. Gegenüber den Beamten legte er zunächst ein theatralisches Verhalten an den Tag, auf der Polizeiinspektion wurde der mutmaßliche Täter dann rasch sehr unkooperativ. 

Der mutmaßliche Täter, ein deutscher Staatsbürger, war kurz vor 16.45 Uhr in die Tramway eingestiegen und hatte sich hinter die drei Jugendlichen - 15 bis 17 Jahre alt - gesetzt. Offensichtlich alkoholisiert, redete er sie an. Die Burschen sagten ihm daraufhin, er möge sie bitte in Ruhe lassen, das jedoch stachelte den Verdächtigen erst richtig an. Laut Polizeisprecher Markus Dittrich begann der 42-Jährige lautstark zu schimpfen, unterstellte den Jugendlichen einerseits eine neonazistische Gesinnung, andererseits bedachte er sie mit massiv ausländerfeindlichen Ausdrücken.

Verdächtiger suchte das Weite
Als er meinte, er werde an der Endstelle der Straßenbahnstation auf sie warten und sie abstechen, setzten die Jugendlichen den Lenker der Tramway davon in Kenntnis. Dieser hielt in der Fasangasse den Zug an, die Polizei wurde alarmiert. Beim Eintreffen der Beamten war der Verdächtige aber bereits geflüchtet und mit einer anderen Bim weitergefahren. Die Polizisten konnten den mutmaßlichen Täter aufgrund einer guten Beschreibung der Jugendlichen jedoch bald ausfindig machen. 

Da die Beamten davon ausgingen, dass der Verdächtige bewaffnet sein könnte, zwangen sie ihn mit vorgehaltener Dienstpistole, die Hände zu zeigen und aus der Straßenbahn auszusteigen. Der 42-Jährige kooperierte zunächst mit theatralischem Gestus: Er kniete sich vor der Tramway hin und streckte die Arme von sich. Die Polizisten durchsuchten ihn, fanden aber kein Messer. 

Polizisten beschimpft
Auf der Polizeiinspektion wurde der Verdächtige - er hatte 1,28 Promille Alkohol im Blut - rasch ausfällig. Er bezichtigte die Beamten unter anderem, dass sie des Kindesmissbrauchs Verdächtige besser als ihn behandeln würden und dass sie Rassisten seien. Neben einer Anzeige wegen gefährlicher Drohung wurde er auch wegen Verstößen gegen die Covid-19-Bestimmungen angezeigt. Trotz mehrmaliger Ermahnung nahm er immer wieder seine FFP2-Maske ab, so Dittrich.

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