Weltkulturerbe?

Vassilakou will sich für Schutz von Grinzing einsetzen

Wien
30.11.2010 16:59
Der UNESCO-Weltkulturerbe-Status für Grinzing, den viele alteingesessene Bewohner, Weinhauer und prominente Künstler fordern, ist für die neue grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou „durchaus diskutierbar“. Sie warnte nur davor, den Heurigenort unter einen Glassturz zu stellen. Das würde jede weitere Entwicklung hemmen.

Seit Wiens Planungsressort von Rot zu Grün wechselte, haben die Welterbe-Befürworter wieder Oberwasser. Die Umwelt-Organisation "Alliance For Nature" forderte die grüne Fraktion im Rathaus auf, auch in der Grinzing-Frage Farbe zu bekennen: Man möge sich sehr rasch und sehr intensiv um den internationalen Schutz des historischen Heurigendorfs bemühen.

Da sei sie dabei, sagt Planungsstadträtin Maria Vassilakou, wenn es darum gehe, den Charakter des Ortskerns und die für Wiens Stadtbild so wichtige Riedenlandschaft vor Eingriffen zu bewahren. Denn: "Auf Luftaufnahmen sieht man, wie viele Bauten sich schon tief in die Weingärten hineingefressen haben. Unfassbar, was da in der Vergangenheit passiert ist."

Vassilakou will Gespräche mit allen Beteiligten
Andererseits dürfe man Grinzing auch nicht gleichsam konservieren. Das würde die wirtschaftliche Entwicklung, die Österreichs Heurigendorf Nummer eins zum Überleben unbedingt brauche, verhindern. Vassilakou will jedenfalls das Gespräch mit allen Beteiligten suchen.

Das ist auch dringend nötig. Denn es sind gerade wieder zwei Grinzinger "Schätze" in Gefahr: Das "Alte Presshaus", das von einer Botschaft übernommen wurde und der "6er"-Heurige in der Sandgasse, der noch diese Woche zusperren muss.

von Peter Strasser, Kronen Zeitung

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