22.01.2021 07:58 |

Nach Abgang von Trump

Fauci im Weißen Haus: „Ein befreiendes Gefühl“

Dass der renommierte US-Virologe Anthony Fauci und Ex-Präsident Donald Trump ihre Differenzen hatten, ist in der Corona-Krise des Öfteren deutlich zu erkennen gewesen. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass der Immunologe bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Donnerstag mit einem strahlenden Lächeln vor die Kameras trat.  „Wir lassen die Wissenschaft sprechen“, erklärte der 80-Jährige sichtlich erleichtert über den Machtwechsel in den USA. „Das ist irgendwie ein befreiendes Gefühl.“

Nach dem Abgang von Trump konnte sich der leidgeprüfte Virologe Seitenhiebe nicht verkneifen. Es habe Momente in dessen Amtszeit gegeben, in denen die Kommunikation nicht immer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierten. Er nannte auch konkrete Beispiele: Die Werbung Trumps für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin, dessen Wirksamkeit als Corona-Medikament nicht nachgewiesen werden konnte. „Das war wirklich unangenehm, weil dies nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhte“, so Fauci.

Fauci: Trump widersprechen nicht ohne negative Folgen
Skurril war auch Trumps Vorschlag, Desinfektionsmittel in den Körper zu spritzen, um einer Infektion zu entgehen. Fauci habe den Eindruck gehabt, nicht widersprechen zu können, ohne negative Auswirkungen spüren zu können. Unter dem frisch gebackenen Präsidenten werde das anders sein - das habe ihm Joe Biden noch kurz vor der Pressekonferenz versprochen.

An der mitunter improvisiert wirkenden Pandemie-Politik von Trump ließ der Virologe kein gutes Haar. Auf die Frage nach einer Beteiligung des Konzerns Amazon an der Impfkampagne entgegnete Fauci, dazu könne er nichts sagen. „Eine der Neuerungen mit dieser Regierung ist es, nicht zu raten, wenn man keine Antwort hat.“

Wieder öfter im Weißen Haus? Fauci: „Denke schon“
Der 80-jährige Fauci ist Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) und gilt als integrer Experte. Weil Fauci sich auch nicht scheute, Trump zu widersprechen, wurde er über längere Zeit nicht mehr ins Weiße Haus eingeladen, um dort öffentlich über den Stand der Corona-Pandemie zu sprechen. Nach der Frage eines Journalisten, ob er nun nach Monaten in der Verbannung wieder zurück sei, lachte Fauci und sagte: „Ich denke schon.“

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