Starker Anstieg

Polizei zog in einem Jahr 267 Raser-Autos ein

Österreich
12.02.2026 18:00

22 Millionen „Blitzermessungen“ im vergangenen Jahr ergaben: Im „Land der Raser“ wird recht gern schnell gefahren. Pro Monat werden 22 Autos abgenommen. Nur wenige davon werden aber auch tatsächlich versteigert. Verkehrsexperten fordern nun einheitliche Strafenkataloge und klarere Regelungen im Beschlagnahmungsfall.

Mit 155 km/h bretterten zwei junge Männer im April des vergangenen Jahres in einem illegalen Straßenrennen über die Bregenzerwaldstraße (Vorarlberg). Dem Lenker eines Rettungswagens gelang es gerade noch, auszuweichen, dann krachte einer der Raser in eine Kapelle. Er überlebte – und muss sich nun vor Gericht verantworten. Nur einer der Fälle, in denen zu hohe Geschwindigkeit (beinahe) zur Katastrophe führte. 

(Bild: Krone KREATIV/Martin Jöchl)

22 Millionen Messungen an 243 Standorten
Dass so mancher Tempolimits eher als Empfehlung und nicht unbedingt als Vorschrift anerkennt, ist kein Geheimnis. Doch wie viele von uns rasen wirklich? Seit 1994 misst das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) an 243 Standorten mit Radargeräten die Verkehrssünder. Wohlgemerkt für Analysen – und nicht, um zu strafen.

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Anders als in Deutschland gibt es in Österreich immer noch keinen bundesweit einheitlichen Bußgeldkatalog mit fixen Strafen für bestimmte Verkehrsdelikte.

Klaus Robatsch, KFV-Verkehrssicherheit

Geltende Regelung
Vorläufig beschlagnahmt

Seit 1. März 2024 können Fahrzeuge bei einer Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 80 km/h im Ortsgebiet bzw. mehr als 90 km/h im Freiland vorläufig beschlagnahmt werden. Bei Wiederholungstätern ist eine vorläufige Beschlagnahmung bereits ab 60 km/h Überschreitung im Ortsgebiet bzw. 70 km/h im Freiland möglich. 

600 waren mehr als 70 km/h zu schnell unterwegs
397 Menschen kamen im vergangenen Jahr im Verkehr um, 25 Prozent davon wegen „nicht angepasster Geschwindigkeit“. Wenn man sich die Messungen ansieht, wird klar, warum. 22 Millionen Autofahrer wurden „geblitzt“, 4900 Pkw waren dabei mehr als 50 km/h schneller als erlaubt, 1800 davon sogar mehr als 60 km/ und 600 davon rasten mehr als 70 km/h über dem erlaubten Tempolimit.

Zu wenige beschlagnahmte Autos werden auch tatsächlich versteigert.
Zu wenige beschlagnahmte Autos werden auch tatsächlich versteigert.(Bild: © Harald Dostal / 2024, Krone KREATIV)

267 Autos von Polizei beschlagnahmt
60 km/h zu viel ist übrigens jene Schwelle, ab der Wiederholungstätern im Ortsgebiet (auf Freilandstraßen ab 70 km/h zu schnell) seit 1. März 2024 der Wagen abgenommen und vorläufig beschlagnahmt werden kann (bei Ersttätern gilt die Schwelle erst ab 80 km/h bzw. 90 km/h). Wurden 2024 (ab 1. März) noch 171 Autos „eingezogen“, waren es 2025 im ganzen Land schon 267 – ein Schnitt von 22 pro Monat.

Als „Bundesland der Raser“ liegt Niederösterreich mit 109 Beschlagnahmungen einsam an der Spitze, weit abgeschlagen folgen Tirol (69), Wien (68) und Oberösterreich (44). Das kleine Vorarlberg beschlagnahmte bisher gesamt auch schon 43 Autos.

Forderung nach einheitlichen Strafen
Beim KFV fordert man einen bundesweit einheitlichen Strafenkatalog und das politisch längst beschlossene zentrale Verwaltungsstrafregister. Geschwindigkeitsdelikte sollen ins Vormerksystem übernommen, praktikablere Lösungen beim Umgang mit beschlagnahmten Dienst- oder Leasingfahrzeugen entwickelt werden. Nur eine äußerst geringe Zahl der Raser-Autos werde auch tatsächlich versteigert.

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