20.01.2021 07:03 |

In Seniorenheim

Vortritt bei Impfung dank Spende in Salzburg

Zuerst herrschte Skepsis, jetzt steigt das Interesse: Die Wartelisten für Impfungen sind lang. Spenden sollen Vorteile gebracht haben.

Bürgermeister, Politiker und Angehörige, die sich noch vor Risiko-Patienten drängen, um geimpft zu werden, sorgen derzeit in Österreich für Aufsehen. Salzburg ist dabei keine Insel der Seligen. Nachdem schon bei den allerersten Impfungen die Salzburger Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) zum Zug kam, sollen sich jetzt ganze Familien frühzeitig den Impfstoff erschlichen haben. „Krone“-Informationen zufolge sollen zumindest zwei Familien großzügig an ein Seniorenwohnheim in der Stadt Salzburg gespendet haben und im Gegenzug gleich mitgeimpft worden sein - ohne überhaupt zur Risikogruppe zu gehören.

Von „Einzelfällen“ spricht Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP). Dass Politiker oder nicht-gefährdete Angehörige jetzt schon geimpft werden, dürfe nicht sein. Immerhin gebe es vom Land eine klare Vorgabe, wer auf die Wartelisten darf: „Wir haben das schon so eingeschränkt, dass nur Personen der Kategorie 1 drankommen sollen, wenn Impf-Dosen übrig bleiben“, erklärt Stöckl. Doch genau kontrolliert wird das nicht.

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Wer auf die Warteliste kommt, entscheidet der ärztliche Leiter in enger Abstimmung mit der Landessanitätsdirektion.

Christoph Baumgärtner, Amtsleiter der städtischen Senioreneinrichtungen

Auch Angehörige und Pädagogen vorgezogen
Dass sich in einem seiner Häuser jemand die Impfung erkauft habe, kann Christoph Baumgärtner, Leiter der städtischen Seniorenheime, „definitiv ausschließen“. Neben über 80-Jährigen und Hochrisikopatienten können aber auch enge Angehörige dran kommen, die beinahe täglich Bewohner besuchen. „Wir haben die Tochter eines Bewohners geimpft, weil sie eine extrem wichtige Bezugsperson ist“, so Baumgärtner.

In den Gemeinden Kuchl und Bürmoos wurden bereits erste Kindergartenpädagoginnen geimpft. Kuchl-Ortschef Thomas Freylinger argumentiert: „Die Impfungen blieben übrig. Und: Die betroffenen Pädagoginnen gehören zur Risikogruppe.“ In den Landeskliniken werden nach den ersten 600 Impfdosen diese Woche weitere 600 geimpft. Gesamt stehen 2000 Mitarbeiter auf der Liste. Angehörige kommen noch nicht zum Zug.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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