Suche wird ausgeweitet

Mutation in Wien, Salzburg und Tirol bestätigt

Wien
18.01.2021 19:56

Nach diversen Verdachtsfällen auf die britische Corona-Mutation B.1.1.7. wurde sie nun in 46 von 53 untersuchten Proben in Tirol, Wien und Salzburg nachgewiesen, wie Forscher der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Montagabend bestätigten. Überdies wurden überraschend hohe Konzentrationen der Mutation in einer Kläranlage in Salzburg gefunden. Die Werte erreichten dort über 50 Prozent der entdeckten Coronaviren.

„Die aktuell bestätigten Fälle von B.1.1.7. in Österreich zeigen, dass - wie in ganz Europa - die hoch ansteckende Virus-Variante auch bei uns angekommen ist“, kommentierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die endgültigen Nachweise am Montagabend in einer Aussendung.

Umso wichtiger sei, die Suche nach der Virus-Mutation weiter massiv auszubauen, und „dass wir uns alle gemeinsam an die neuen Abstandsregeln halten, konsequent und - wann immer möglich - FFP2-Maske tragen und die Hygiene-Maßnahmen einhalten“.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte in einer Aussendung, dass die Suche nach der Mutation intensiviert werde. (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte in einer Aussendung, dass die Suche nach der Mutation intensiviert werde.

Nur britische Variante gefunden
Bei den 46 Fällen, bei denen die neue Mutation nun gesichert nachgewiesen wurde, handelt es sich großteils um die in der vergangenen Woche publik gewordenen Verdachtsfälle aus Tirol sowie zwei weitere aus Salzburg und aus einem Wiener Pflegeheim, erklärte Andreas Bergthaler von der ÖAW. Die aus Südafrika stammende Virusvariante wurde dabei nicht nachgewiesen.

Insgesamt weisen die Ergebnisse aber darauf hin, dass die mutationsspezifische Suche mittels PCR-Verfahren relativ gut funktioniere, betonte der Wissenschaftler. Seitens des Gesundheitsministeriums hieß es, dass diese Vortestungen nach der britischen wie auch der südafrikanischen Version nun bundesweit ausgerollt werden sollen.

(Bild: stock.adobe.com, APA/AFP/Halldor KOLBEINS, Krone KREATIV)

Schon 150 Verdachtsfälle
In den vergangenen Tagen wurden 776 positive PCR-Proben von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) voruntersucht. Mittels PCR-Test konnten vergangene Woche bereits fast 150 Verdachtsfälle identifiziert werden, hieß es aus dem Ministerium. „Einen extrem hohen Anstieg dieser Mutation schon Anfang Jänner“ zeigen Daten „aus zumindest einer Kläranlage in Salzburg", erklärte Bergthaler.

Enormer Anstieg bei Verbreitung
Der Anteil unter den dort gefundenen SARS-CoV-2-Viren stieg hier über rund zehn Tage von null Prozent auf 16 Prozent und schließlich auf 54 Prozent in einer Probe vom 3. Jänner. Bei einer weiteren Kläranlage in Salzburg gebe es auch erste Nachweise, sonst allerdings fanden sich derartige Belege in keiner bisher genauer untersuchten weiteren Anlage in Österreich.

Mikrobiologe Andreas Bergthaler (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Mikrobiologe Andreas Bergthaler

Um die Verbreitung der neuen Virusvariante besser untersuchen zu können, plane man etwa alle an einem Tag in einer Teststraße positiv getesteten Proben auch auf die Mutationen zu untersuchen, so Bergthaler.

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