Interessante Einblicke

Der Letzte aus seiner Zunft: Franz, der Rodelbauer

Steiermark
08.01.2021 09:00

Franz Leitner ist der letzte Rodelbauer der Steiermark. Er erklärt uns sein Handwerk und was ein Gefährt aus seiner Hand so schnittig macht.

Wenn den Franz jemand um eine handgefertigte Rodel fragt, dann fragt er als Erstes zurück: „Wie schaut es mit eurem Sicherheitsbewusstsein aus?“ Denn: „Meine Rodeln können schon so um die 60, 70 km/h schnell werden. Da ist es unerlässlich, dass man ein g’scheites Schuhwerk trägt, Handschuhe, im Optimalfall natürlich auch Helm.“

Franz Leitner weiß, wovon er spricht. Seit vielen Jahren fertigt er Rodeln, ein paar Hundert sind schon unter seinen geschickten Händen entstanden. Und noch immer hat er Freude an der Handarbeit und daran, wenn das elegante Gerät auf Kufen seine Werkstatt in St. Peteram Kammersberg verlässt und zu zufriedenen Kunden wechselt. Wobei die Kufen besonders wichtig sind - denn die Schiene muss gleich breit sein wie die Kufe, „dann entsteht keine Reibung und die Rodel kann besser laufen“, lässt er sich einen Geheimtipp entlocken.

In Leitners Werkstätte in St. Peter am Kammersberg zählt Exaktheit. (Bild: KRONEN ZEITUNG)
In Leitners Werkstätte in St. Peter am Kammersberg zählt Exaktheit.

Angefangen hat für den gelernten Tischler das Rodelgeschäft 1985, damals, als er mit seiner gekauften Rodel nicht zufrieden war. Da hat er sich halt selbst eine gebaut. Dann wollten Freunde auch eine und die Familie auch, und als dann die ersten Anfragen von außerhalb und schließlich auch vom Ausland kamen, meldete er ein Gewerbe an und machte die Rodeln zu seiner Spezialität. An die 200 Euro kostet jede, keine ist ganz gleich wie die andere, er richtet sich mit Sonderanfertigungen auch gerne nach den Wünschen seiner Kunden.

Nur einmal hat er es übertrieben: Statt des Zweisitzers sollte es ein Viersitzer werden, „der wurde dann aber eineinhalb Meter lang und hat überhaupt nicht funktioniert“, schmunzelt der Meister. Den hat er halt wieder umgebaut.

Franz Leitner versteht sein Handwerk und übt es mit Leidenschaft aus. (Bild: KRONEN ZEITUNG)
Franz Leitner versteht sein Handwerk und übt es mit Leidenschaft aus.

Feinstes Eschenholz verwendet er, damit fährt er buchstäblich am besten. Aus Laubholz, Birne, Birke, Ahorn sind die Eisstöcke, für die er sich mittlerweile ebenfalls einen Namen gemacht hat. Es läuft für Franz Leitner - wie auf Schienen und Kufen. Mehr Informationen: www.rodelbauleitner.at

Die Serie „Der steirische Brauch“ ist eine Initiative der Volkskultur Steiermark und der „Krone“.

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