25.12.2020 06:00 |

Im Urlaub verschleppt?

Wiener (37) seit zwei Wochen in Mexiko vermisst

Ein Vermissten-Krimi beschäftigt derzeit Interpol, Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Wien. Der 37-jährige Arztsohn Florian Kafka ist seit zwei Wochen in Mexiko abgängig. Nur sein Mietauto wurde verlassen aufgefunden – ist der Urlauber von Drogenkartellen entführt worden?

Es sind traurige Weihnachten voller Ängste und Ungewissheit für eine Wiener Familie. Der 1,80 Meter große Florian Kafka wird in Mexiko vermisst. Er ist eingefleischter Rapid-Fan und hat auf der linken Brustseite sogar ein Tattoo mit dem Logo seiner Lieblingsmannschaft. Alleine wollte der junge Mann im sonnigen Mexiko dem Lockdown in der Heimat entfliehen und Urlaub machen.

Als er sich nicht wie sonst immer nach dem Ergebnis des Traditionsvereins im Bundesligaspiel erkundigte und auch die Tage danach kein Telefonanruf aus Amerika kam, erstattete sein Vater, ein Arzt, bei der Polizei hier Anzeige. Fest steht im Vermissten-Rätsel bisher: Von Kafka fehlt seit 10. Dezember jedes Lebenszeichen. Gerhard Lang, Sprecher des Bundeskriminalamtes: „Der 37-Jährige war mit einem Mietauto von der Millionen-Metropole Mexiko-Stadt Richtung Norden in den Bundesstaat Sonora gefahren.“

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Der 37-Jährige war mit einem Mietauto von der Millionen-Metropole Mexiko-Stadt Richtung Norden in den Bundesstaat Sonora gefahren.

Gerhard Lang, Sprecher Bundeskriminalamt

Der Wagen wurde später verlassen und ohne Sachen des abgängigen rot-weiß-roten Touristen in der Kleinstadt Benjamin Hill aufgefunden. Da Sonora auch eine Hochburg der für ihre Brutalität weltweit berüchtigten mexikanischen Drogenkartelle ist, schließen lokale Sicherheitsbehörden eine Entführung nicht aus.


„Ich weiß, dass du lebst“
Eine leider übliche Methode der kriminellen Clans, die entweder mit der Bankomatkarte ihrer verschleppten Opfer bis zur Höchstgrenze abheben oder Lösegeld erpressen. Die Familie daheim macht sich jedenfalls größte Sorgen um Kafka. „Mein Don Corroncho, ich weiß, dass du lebst. Ich fühle dich. Bleib bitte stark (so, wie du bist) und empfange die Liebe, die wir für dich senden. Ich liebe dich und du weißt schon, bis bald!“, so die hoffnungsfrohe Botschaft von Angehörigen in sozialen Medien.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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