25.12.2020 12:30 |

Nach „Lockdown“-Jahr

2021 wollen Olympia-Sportler richtig durchstarten

Das Sportjahr 2020 hätte ihres werden sollen, das der Olympia-Sportler. Alle vier Jahre stehen diverse Sportarten im Zeichen der Fünf Ringe besonders im Mittelpunkt, für die gut zwei Wochen an Wettkämpfen werden über mehrere Saisonen gehende Trainingspläne geschrieben. Tokio 2020 war ab 24. März mit der Verschiebung wegen der Coronakrise aber Geschichte, es blieb die Hoffnung auf Tokio 2021. Vielen Aktiven gingen aber auch etliche andere bis sogar alle Wettkämpfe verloren.

Einen „Salto Nullo“ an Ergebnissen mussten etwa die österreichischen Top-Ringer hinlegen, sie blieben nach dem allgemeinen wochenlangen Frühjahres-Lockdown und nach der Absage der Bundesliga national wie international ohne Wettkämpfe. Wie in allen Kontaktsportarten hatten sie es schwer, im Rhythmus zu bleiben. Mit „Abstand halten“ als Devise ging weder in Freistil noch in griechisch-römisch etwas. Ähnlich erging es den Karateka, deren Sportart in Japan ihre Olympia-Premiere geben soll.

Etwas mehr Wettkampfluft gab es da schon für die Judoka. Ende August ging es mit einem Länderkampf gegen Deutschland los, das Grand-Slam-Comeback erfolgte im Oktober in Budapest und im November klappte es in Budapest sogar mit der EM-Durchführung und für die Wienerin Magdalena Krssakova mit Silber. Wie in allen Sportarten warten aber etliche für die Olympia-Qualifikation noch bedeutende Bewerbe erst 2021 bzw. besteht die Hoffnung, diese dann durchführen zu können.

Absagen und Verschiebungen in der Leichtathletik
Reihenweise Absagen und Verschiebungen hat es auch in der Leichtathletik gegeben. Österreichs Top-Aktive waren im ersten Lockdown im März/April wie Kollegen aus anderen Sportarten aufs sportliche Home-Office beschränkt, kreierten da notgedrungen teils neuartige Trainingsmethoden. Lukas Weißhaidinger, Ivona Dadic und Co. nutzten im Sommer nationale Angebote, Dadic‘ da erbrachte Leistungen bescherten ihr gar die Auszeichnung Österreichs „Sportlerin des Jahres“.

Die Olympia-Qualifikationsphase der Leichtathleten läuft erst seit 1. Dezember wieder, bei den Schwimmern konnte man sich schon vorher wieder für die nun für 23. Juli bis 8. August angesetzten Spiele qualifizieren. Für die Wassersportler war die Lockdown-Sperre besonders ungut, da sportarten-spezifisch kaum etwas ging. Ab einem Länderkampf im Juli in Budapest kamen die Schwimmer allmählich zurück ins Wettkampfleben, EM und WM 2020 bzw. 2021 wurden aber um je ein Jahr verschoben.

Viele Trainingssessions bei Seglern
Die Segler mussten sich auch lange mit Trainingssessions zufriedengeben, ehe sich im September die Kieler Woche anbot. Zum Höhepunkt avancierten die an den Attersee verlegten EM-Regatten in den Klassen 49er, 49erFX und Nacra-17. Das 49er-Duo Benjamin Bildstein/David Hussl nutzten die heuer seltene Chance mit Silber, um sich für das neue Olympia-Jahr Motivation und Selbstvertrauen zu holen.

In den „kleineren“ Ballsportarten wurden die Ligen im Frühjahr durchwegs abgebrochen, im Spätsommer/Herbst die neue Saison aufgenommen. Mit dem einher gingen aber viele corona-bedingte Verschiebungen. International ging es dann sowohl für die Basketballer wie die Handballer in die EM-Qualifikation, Letztere stehen vor der WM in Ägypten. Auch die Volleyballer sind in der neuen Saison national und im Europacup wieder aktiv, die EM-Qualifikation wurde aber auf nächstes Jahr verschoben.

Die Straßen-Radsportler mussten mit der Absage u.a. der Österreich-Rundfahrt leben, doch ab später im Sommer wurden die meisten internationalen Events nachgeholt - so Tour de France, Giro d‘Italia und Vuelta. Sogar die Weltmeisterschaften wurden noch ausgetragen, nachdem Imola für die Schweiz eingesprungen war. Die Mountainbiker freuten sich immerhin über die WM im Herbst in Leogang, für die Bahnrad-Sportler boten sich die Europameisterschaften im November in Plowdiw an.

Medaille für Lobnig
Kontinentale Titelkämpfe gelangten 2020 auch noch bei den Ruderern zur Austragung, durch Magdalena Lobnig gab es im Oktober hier ebenso eine Silbermedaille für Rot-Weiß-Rot. Ebenfalls im Herbst wurden die Tischtennis-Akteure aktiver. Die Champions-League-Turniere wurden immerhin in Wochen-Turnieren ausgetragen, die Europameisterschaften und die Team-Weltmeisterschaften in Südkorea mussten sogar insgesamt dreimal hingegen auf 2021 verschoben werden.

Die Turner schafften es noch im Dezember in der Türkei bei allerdings mäßiger Beteiligung ihre kontinentalen Meister zur küren, Vinzenz Höck gewann an den Ringen die Silbermedaille. Bei den Triathleten waren gerade mal die Sprint-Staffel- und Mixed-WM im September in Hamburg die Höhepunkte. Wenig Wettkampfmöglichkeiten hatten Pferdesportler, Moderne Fünfkämpfer, Schützen, Boxer und auch Badminton-Spieler. Doch um einiges anders präsentierte sich die Situation im auch olympischen Golf und Tennis, hier wurde ab dem Sommer intensiv gespielt.

Im nächsten Jahr sollte nach und nach auch in anderen Sportarten wieder mehr gehen, dennoch werden viele Aktivitäten bis auf weiteres noch von den Auswirkungen der Pandemie geprägt sein. Was die Sommerspiele in Japan betrifft, darf es freilich nicht mehr sehr viele terminliche Ausfälle geben, da noch eine Reihe von Qualifikationen untergebracht werden müssen. Die Durchführung der Spiele selbst steht für die Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee (IOC) aktuell außer Frage.

krone Sport
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