13.12.2020 06:00 |

Asbestverseuchtes Haus

Abriss: Gift-Nebel legt sich über Wiener Grätzel

Neugierig stellen sich Kinder in Wien-Floridsdorf an einen Zaun, um den Arbeitern beim Abriss eines Einfamilienhauses zuzusehen. Plötzlich fliegen Trümmer durch die Luft, eine Staubwolke hüllt die fliehenden Kinder völlig ein. Das Schlimme: Das Haus ist asbestverseucht! Zweimal mussten die Behörden zur Kontrolle ausrücken, jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

„Auch Nachbargrundstücke und parkende Autos wurden von den Staubpartikeln übersät“, ist WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek empört. „Wie durch Fotos und Videos nachweisbar, wurden die Dachplatten händisch von der Konstruktion gerissen und zu Boden geworfen, danach auf dem Erdreich des Gartens verteilt und mit dem Bagger in den Boden ,eingearbeitet‘.“

„Bereits zweimal überprüft“
Eternitplatten, durch die, wenn sie unsachgemäß gebrochen werden, Asbest in die Luft gelangen kann. Was auch die Stadt Wien bestätigt. Aus dem Büro von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) heißt es: „Die Baustelle Kugelfanggasse 79 wurde vom Umweltschutz bereits zweimal überprüft.“ Beide Male gab es grobe Verstöße. Beim ersten Lokalaugenschein wurde eine gefährliche Handhabung mit asbesthaltigen Dachplatten angezeigt, „beim zweiten Mal wurde abermals ein unsachgemäßer Umgang mit schadstoffhaltigen Baustoffen festgestellt, die aber keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung darstellten“, wie es weiter heißt.

Schimanek, Naturwachtchef Tony Rei und Anrainer Roland Schuldt fordern Konsequenzen: „Hier müssen die Verantwortlichen mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden.“ Die Staatsanwaltschaft ist an der Sache dran.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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