Angriff auf Erbgut?

Experte erklärt: So funktioniert der RNA-Impfstoff

Wissenschaft
03.12.2020 11:11

Der Wettlauf um den Corona-Impfstoff dominiert die Schlagzeilen. Damit kommt endlich Licht ans Ende des Tunnels. Wie funktionieren die viel zitierten RNA- und andere Impfstoffe? Wie lange bleibt man danach immun, wie sicher ist das alles und greift der Stoff unser Erbgut an oder ist das ein Mythos? Darüber spricht Moderator Gerhard Koller mit Wilfried Pickl vom Institut für Immunologie von der MedUni Wien im krone.tv-Talk.

„RNA-Impfstoffe greifen auf die Erbsubstanz des Virus zurück. Die Erbsubstanz ist vom Coronavirus ein Erbstrang und von diesem RNA-Strang borgt man sich jenen Teil aus, der das wichtige Oberflächenprotein des Virus codiert. Dieser Abschnitt wird verpackt und dann in den Muskel gespritzt“, erklärt der Immunologe. 

Wildfried Pickl, Immunologe von der MedUni Wien (Bild: krone.tv)
Wildfried Pickl, Immunologe von der MedUni Wien

„Erbgut wird bei RNA-Impfung nicht angegriffen“
Auf das Erbgut wird aber nicht eingegriffen wie Pickl weiter erläutert: „RNA-Wirkstoffe zählen, so wie die DNA-Wirkstoffe, zu den genetischen Impfstoffen, das stimmt. Aber der wichtige Punkt ist, dass die RNA immer im Zellkörper verbleibt, niemals in den Kern eindringt und dadurch sehr sicher ist.“ Zu einem Einbau in das Genom komme es durch RNA sicherlich nicht, so der Immunologe. „Unser Erbgut ist nur im Kern.“ Auch der AstraZeneca-Impfstoff sei ein sehr neuer Impfstoff. Dieser habe eine andere Wirkungsweise: „Weil es hier tatsächlich zu einer Coronavirus-Infektion, durch ein harmloses Virus, kommen muss und es dadurch dann zur Genexpression kommt.“

Der Impfstoff von AstraZeneca (Bild: AFP)
Der Impfstoff von AstraZeneca

Welcher Impfstoff für welche Zielgruppe geeignet ist, stehe aber noch nicht fest. „Es gibt ja fünf unterschiedliche Impfstoff-Klassen, die denkbar sind und die alle in Arbeit sind. Wir wissen auch, dass es schnell gehen soll und wir wissen auch, dass es Risikogruppen gibt, die besonders von der Erkrankung betroffen sind.“ Diese unterschiedlichen Parameter müsse man in die letztliche Entscheidung einfließen lassen, für welche Gruppen, welche Impfstoffe eingesetzt werden, so Pickl.

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