17.11.2020 06:53 |

Causa Commerzialbank

Verdacht auf Geldwäsche: Razzia in Firma

Immer mehr Details bringen die Ermittlungen in der Causa Commerzialbank zutage. Schwere Vorwürfe richten sich gegen Ernst Zimmermann, der nun im Untersuchungsausschuss aussagen soll. Der frühere Chef eines Spengler- und Dachdeckerbetriebes steht unter anderem im Verdacht von Abgabenhinterziehung und Geldwäsche.

Als höchst dubios galt die Rolle des Unternehmers seit Langem. Schon 2017 hatte das Finanzamt Bruck-Eisenstadt-Oberwart die Zimmermann GmbH unter die Lupe genommen. Ab Jänner 2018 hatten sich dann, wie berichtet, die Hinweise auf Ungereimtheiten in der Gebarung des Firmengeflechts verdichtet. Im Zuge der Betriebsprüfung kam es zur Razzia.

424 fingierte Ausgangsrechnungen
„Hunderte Scheinrechnungen wurden gefunden. Alle Geldtransfers waren über Commerzialbank-Konten abgewickelt worden“, heißt es aus Ermittlerkreisen. Konkret steht nun der Unternehmer im Verdacht, vom früheren Bankchef Martin Pucher und dessen Vorstandskollegin Franziska Klikovits große Summen erhalten und damit notleidende Kredite der Zimmermann GmbH abgedeckt zu haben. Laut Unterlagen handelt es sich bei 424 fingierten Ausgangsrechnungen zwischen 2013 und 2018 um eine Gesamtsumme von 10,5 Millionen Euro.

Pucher bestätigte in seiner Vernehmung, dass öfters hohe Beträge in bar an die Zimmermann GmbH übergeben worden seien. „Mithilfe vorgetäuschter Aufträge ist das Geld auf das Betriebsmittelkonto des Unternehmens bei der Bank retour geflossen, um damit unter anderem offene Kreditrückzahlungen durchführen zu können“, so ein vorläufiges Ergebnis der Untersuchungen. Auch seien Umsatzerlöse von nicht existenten Geschäftsvereinbarungen vorgegaukelt worden.

Geldübergaben in Bank und auf Parkplatz
Die ominösen Übergaben der Bargeldbeträge sollen nicht nur in der Bank erfolgt sein, sondern auch auf einem Parkplatz, beim Empfänger oder bei Pucher ganz privat. „Wir, die Bank, bedienen dich gut und die Bank hilft dir“, soll der umtriebige Finanzjongleur und SV-Mattersburg-Zampano gesagt haben.

Mit den schweren Vorwürfen sieht sich Ernst Zimmermann (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) auch im Untersuchungsausschuss konfrontiert. Vorgeladen ist er am Donnerstag.

Karl Grammer, Kronen Zeitung

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