16.11.2020 06:00 |

Wieder Lernen zu Hause

Schulschließung: Jetzt gehen die Wogen hoch

Viele haben vor einer Schulschließung gewarnt und doch noch auf ein Einlenken gehofft. Jetzt gehen die Wogen hoch.

Am Montag gehen die Schüler in ganz Österreich zwar noch zum Unterricht in die Klassen, ein normaler Tag ist es aber nicht. Es wird eine Vorbereitung auf die kommenden Wochen, auf das erneute Lernen daheim. Das Bildungsministerium, das die Schulen unbedingt offen halten wollte, sich aber schließlich dem Machtwort von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) beugen musste, versucht nun, gute Miene zum, wie viele meinen, bösen Spiel zu machen.

Die Schulen würden als Letzte zu- und als Erste wieder aufsperren, wird nun betont. Und auch die Betreuung vor Ort - für alle, die nicht zu Hause bleiben können - werde anders sein als noch im Frühjahr. Es werde eine pädagogische Begleitung geben, Lernen in Kleingruppen sei möglich. Beim ersten Lockdown waren drei bis fünf Prozent aller Kinder unter 14 Jahren in der Obhut der Schule, jetzt dürften es doch etwas mehr werden, schätzt das Ministerium.

Eltern wollen normalen Unterricht
Mit dem erneuten Umstellen auf Home-Schooling sind nur die wenigsten zufrieden. An zahlreichen Schulen formieren sich Eltern und versuchen, Druck für einen normalen Unterricht zu machen. So gut wie alle Bildungsexperten haben sich bereits für ein Offenhalten der Schulen ausgesprochen. Heftige Kritik kommt auch von der Opposition: „Wir haben ein Sicherheitspaket vorgelegt, von Masken über Plexiglas bis zu Luftfiltern. Damit wäre ein Unterricht möglich“, sagt NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zur „Krone“. Auch die SPÖ bewertet den Schritt der Regierung als „grundfalsch“.

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Zusperren kann jeder, das ist kein großes Kunststück. Die Daten zeigen: Schulen zusperren hat wenig Nutzen und sehr große Nebenwirkungen.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner

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Wenn die Schulen für den Unterricht offen bleiben, würden wir auch alles andere mittragen, damit ein echter Schulterschluss gelingt.

NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger

Unklarheit gab es zuletzt wegen der Sonderbetreuungszeit, die eigentlich nicht gebraucht wird, weil ja die Unterbringung in der Schule möglich ist. In Einzelfällen könne die Sonderbetreuung aber gelten, etwa wenn in einer kleinen Landschule die Betreuungsperson krank ist, so das Arbeitsministerium.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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