12.11.2020 10:35 |

Doppelt so viele Tote

Gräber am Friedhof in Teheran werden knapp

Fast täglich werden im Iran neue traurige Rekorde vermeldet, was die Anzahl an Corona-Toten betrifft - das bringt nun den Friedhof in der Hauptstadt Teheran an seine Grenzen. Die Anlage ist eine der größten der Welt, doch nun kann sie die Zahl der täglich angelieferten Leichname kaum noch aufnehmen. Wie der Friedhofsverwalter berichtete, müssen doppelt so viele Tote wie zu normalen Zeiten bestattet werden.

Der Verwalter des Friedhofs Behescht-e-Sahra spricht von einer heiklen Situation. „Alle Krisen, die wir auf diesem Friedhof in den vergangenen 50 Jahren seiner Geschichte erlebt haben, dauerten nur ein paar Tage oder höchstens eine Woche. Inzwischen sind wir seit 260 Tagen in der Krise“, berichtete Said Chaal. Nicht einmal nach Erdbeben oder während des Kriegs mit dem Irak in den 1980er-Jahren sei man vor so einem großen Problem gestanden.

Jeder zweite Corona-Tote im Iran starb in Teheran
Der Friedhof ist einer der größten weltweit - auf mehr als fünf Quadratkilometern sind 1,6 Millionen Menschen bestattet. In Teheran leben rund 8,6 Millionen Menschen. Bisher starben fast 40.000 Menschen im Iran am Coronavirus, davon etwa die Hälfte in der Hauptstadt.

Bereits im Juni gab die Stadt bekannt, sie werde 15.000 neue Gräber vorbereiten. In einem normalen Jahr müssen nur etwa 5000 Bestattungsplätze bereitgestellt werden. „Früher nahmen wir zwischen 150 und 170 Leichen pro Tag an, doch in diesen Tagen nehmen wir zu Spitzenzeiten bei den Todesfällen durchschnittlich 350 Leichen an“, erklärt der Friedhofsverwalter den Ernst der Lage.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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