07.11.2020 15:38 |

Mohammed-Karikaturen

Massenproteste gegen Frankreich in Pakistan

In Pakistan sind am Samstag zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Mohammed-Karikaturen und den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zu demonstrieren. Bei einer Massenkundgebung in Karachi, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, verbrannten sie französische Flaggen und trampelten auf Postern mit Macrons Konterfei herum. Sie forderten unter anderem die sofortige Beendigung der diplomatischen Beziehungen mit Frankreich und einen Boykott französischer Waren, wie ihn auch schon der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gefordert hatte.

Seit Wochen kommt es in größeren Städten Pakistans zu Protesten. Am Samstag marschierten Aktivisten der extremistisch-dschihaddistischen Partei ‘Tehreek-e Labbaik Pakistan (TLP) und Bewohner der Hafenstadt durch die Straßen.

Premier wirft Europa „mangelndes Verständnis“ vor
„Wir fordern die Regierung auf, Schritte zu unternehmen und Frankreich zu boykottieren und dessen Botschafter aus dem Land auszuweisen“, sagte ein TLP-Sprecher. Premierminister Imran Khan hatte dem Westen, insbesondere Europa, mangelndes Verständnis für das hohe Ansehen Mohammeds unter Muslimen vorgeworfen.

Proteste in Teilen muslimischer Welt
Zuvor hatte die Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen in Teilen der muslimischen Welt für Proteste gesorgt. Der in Frankreich von einem Islamisten enthauptete Lehrer Samuel Paty hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt.

Macron sieht die Veröffentlichung solcher Karikaturen von der Meinungsfreiheit gedeckt. Viele Muslime lehnen eine bildliche Darstellung des Propheten ab und empfinden sie als beleidigend, explizit verboten ist sie im Koran aber nicht.

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