Betrieb lieferte nicht

Bei Trauernden abkassiert

Burgenland
31.10.2020 08:52
Festlich geschmückte Gräber, Kerzen und das Gedenken an die Liebsten stehen am morgigen Allerheiligentag im Vordergrund. Doch für einige Burgenländer ist dieser Tag diesmal mit einem bitteren Beigeschmack behaftet. Denn statt eines neuen Grabsteins ziert viele Gräber nur ein schlichtes Holzkreuz.

Gerade in den letzten Wochen vor Weihnachten hatte die Konsumentenschutzabteilung des Landes mit einschlägigen Beschwerden zu tun. Ein in Sopron ansässiger Steinmetzbetrieb wirbt immer wieder auch im angrenzenden Burgenland um Kunden. Mit viel günstigeren Konditionen als die österreichischen Mitbewerber. Viele Familien wollten noch kurz vor Allerheiligen die Gräber der Verstorbenen mit einem neuen Stein schmücken und erteilten der ungarischen Firma den Auftrag. Sofort wurde die Hälfte des Preises für die Errichtung der bestellten Grabsteine fällig und von den Kunden auch bezahlt. Doch dann kam das böse Erwachen. Nach Erhalt der Anzahlung wurden weder Liefertermine eingehalten noch Arbeiten und Leistungen erbracht. Wollten die Kunden das Unternehmen erreichen, gestaltete sich das schwierig. „Uns ist es nahezu unmöglich, die Verantwortlichen in irgendeiner Form zu kontaktieren. Wir wissen nicht, was wir tun sollen“, so ein Betroffener. Für die, für Konsumentenschutz zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf, ein eindeutiger Fall von Betrug und dubiosen Machenschaften. Sie rät den Betroffenen, sich sofort an die Konsumentenschutzabteilung des Landes zu wenden und strafrechtliche Schritte einzuleiten.

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Aufgrund der Häufung der Fälle besteht dringender Handlungsbedarf für die Konsumenten. Wir helfen gerne auch bei strafrechtlichen Schritten.

Landeshauptmann-Stv. Astrid Eisenkopf.

Was die Vorgehensweise der Firma noch dubioser macht: Im Juni 2012 wurde auch in Österreich eine Gesellschaft gegründet (Gimesi Steinmetz OG), über deren Vermögen jedoch im Jänner 2020 das Konkursverfahren eröffnet wurde. Am 22. 01. 2020 wurde durch den Masseverwalter die Schließung des Unternehmens angeordnet, am 14. 09. 2020 wurde das Konkursverfahren über die österreichische Gesellschaft mangels Masse rechtskräftig wieder aufgehoben. „Die handelnden Personen der Gimesi Steinmetz OG und der GIMESI GRÁNIT KÕIPARI KFT sind laut der uns vorliegenden Information ident“, heißt es aus der Konsumentenschutzabteilung. Über die ungarische Gesellschaft wird der Geschäftsbetrieb fortgesetzt und werden österreichischen Kunden auch in der letzten Zeit Leistungen angeboten.

Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

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