Vater von krankem Kind

„Zustände auf der Onkologie sind katastrophal“

Die „Krone“ hat bereits ausführlich über den Fachärzteschwund an der Onkologie des Linzer Kepler-Uniklinikums berichtet. Doch die Schilderungen des Vaters eines vierjährigen, krebskranken Buben über die eigentlich unglaublichen Zustände machen aus einer sonst so „sterilen“ Meldung einen aufwühlenden Hilferuf...

„Papa, ich will da bitte nicht mehr hin“, fleht der kleine Elias (Name von der Redaktion geändert) seinen Vater Gerhard mit tränenerstickter Stimme an. Verständlich. Die onkologische Station am Med Campus…IV. des Kepler Uniklinikums (KUK) verbindet der Vierjährige, der vor wenigen Monaten die Diagnose Leukämie bekam, mit Schmerzen und Angst. Kein Wunder, musste der Bub doch bisher schon 27 Chemotherapien über sich ergehen lassen. „Aber er ist tapfer“, versucht sein sichtlich gezeichneter Papa zu lächeln. Und das, obwohl ihm beim Gedanken ans Spital der Zorn ins Gesicht geschrieben ist.

„Es muss sich was ändern“
„Die Zustände auf der Onkologie sind mehr als katastrophal. Nicht nur, dass die Abteilung viel zu klein ist, mangelt es an Personal. An Wochenenden etwa ist kein Arzt anwesend, müssen Ärzte von der Internen Station aushelfen“, erzählt er um Fassung ringend. Und auch die weiteren Schilderungen lassen einen nur traurig den Kopf schütteln. So muss sich die Begleitperson, die ihrem kranken Kind vorrangig Hoffnung und Liebe spenden soll, um Dinge, wie das Betten machen oder die Essensversorgung kümmern. Das Frühstück kann man in der Küche holen und am Abend werden kalte Speisen in Blechdosen im Kühlschrank hinterlegt. Und das, obwohl es eigentlich heißt, dass Elias möglichst „frisch gekochtes“ zu sich nehmen sollte, um die Bakterienaufnahme so gut es geht zu verhindern. „Das Personal tut wirklich sein Möglichstes, aber es muss sich was ändern. Für Elias, für alle kranken Kinder dort“, fleht der verzweifelte Papa.

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Mittwoch, 28. Oktober 2020
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