23.09.2020 07:26 |

„Bedrohung“

Kanadierin wegen Gift-Brief an Trump angeklagt

Gegen jene Frau aus Kanada, die einen Brief mit hochgiftigem Rizin an US-Präsident Donald Trump geschickt hat, ist Anklage wegen „Bedrohung des US-Präsidenten“ erhoben worden. Die 53-Jährige wurde am Dienstag einem Bundesgericht in New York vorgeführt. Laut der Anklageschrift steckte in dem Umschlag mit dem Gift ein Brief an Trump, in dem die Kanadierin den Präsidenten als „hässlichen Tyrannen-Clown“ bezeichnete.

Sie warf Trump demnach in dem Schreiben vor, „die USA zu ruinieren und ins Desaster zu führen“. Bei dem Gerichtstermin reichte der Richter im Namen der Angeklagten ein Plädoyer auf nicht schuldig ein. Dadurch bekommt sie in dieser Phase größere Rechte gewährt, als wenn sie auf schuldig plädieren würde.

Frau wollte mit Waffe in die USA einreisen
Während des Termins sagte die Frau nur wenige Worte. Sie war zuvor am Wochenende festgenommen worden, als sie mit einer Schusswaffe bewaffnet von Kanada in die USA einreisen wollte. Der Rizin-Brief an Trump war abgefangen worden und nicht bis ins Weiße Haus gelangt. Post für das Weiße Haus wird zuerst in Lagern außerhalb von Washington sortiert und untersucht.

Weitere Briefe mit Rizin nach Texas versandt
Nach Angaben der kanadischen Polizei sowie der US-Justiz hatte die Frau Briefe mit Rizin nicht nur an Trump, sondern auch an mehrere Adressen im US-Bundesstaat Texas verschickt. Den US-Angaben zufolge waren die Briefe an Beamte in Gefängnissen gerichtet, in denen die 53-Jährige im vergangenen Jahr wegen illegalen Waffenbesitzes in Haft war.

Rizin ist ein giftiges Eiweiß, das aus dem Samen des Wunderbaumes gewonnen wird. Bei Menschen kann die Substanz bei Einatmen, Schlucken oder Injektion zu schweren Organschäden führen, je nach Dosis auch zum Tod. Ein Gegengift ist nicht bekannt.

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