16.09.2020 16:03 |

Grüne Umbau-Pläne

Klima-Boulevard: Ringen um die Wiener Praterstraße

Die Pläne für den Umbau der Wiener Praterstraße liegen auf dem Tisch. Kurzfassung: mehr Bäume und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger - weniger für Autos. „Wir schaffen einen Klima-Boulevard“, gab sich Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) euphorisch. Einziger Schönheitsfehler: Fix ist die Umsetzung noch nicht.

Geplant sind breitere Radwege in beide Richtungen, mehr Raum zum Flanieren, weitere Sitzgelegenheiten sowie Abkühlzonen mit Wasserelementen. 80 Bäume sollen dazukommen - ein Großteil auf dem Mittelstreifen. Der Therese-Krones-Park beim Nestroyplatz wird geöffnet und vergrößert. „Für die Wünsche der Anrainer wurden überzeugende Lösungen gefunden“, bilanziert Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (Grüne).

Umbau nächstes Jahr geplant
Eine Fahrspur stadtauswärts soll bei der Umgestaltung wegkommen. 100 von derzeit 169 Stellplätzen würden ebenfalls wegfallen - was für Widerstand sorgen könnte. Die Pläne liegen im Amtshaus Karmelitergasse zur Einsicht auf. Starten soll der Umbau nächstes Jahr mit dem Abschnitt von der Aspernbrücke bis zum Nestroyplatz. Das Teilstück bis zum Praterstern folgt 2022. Was noch fehlt, ist eine Mehrheit im Bezirk. „Warum sollte man jetzt dagegen sein?“, fragte Hebein rhetorisch.

„Schöne Bilder machen keine konkreten Pläne“
Anderen Parteien fallen aber jede Menge Gründe ein: „Schöne Bilder machen keine konkreten Pläne“, meint SPÖ-Mann Alexander Nikolai. Absolut ungeklärt seien die Finanzierung und wie es mit dem motorisierten Verkehr weitergeht. Zugleich müsste die Reaktion der Bürger auf die Pläne abgewartet werden.

Noch deftiger formulieren es die Freiheitlichen, die eine „millionenteure Ausweichzone für die Alko-, Drogen- und Flüchtlingsszene vom Praterstern“ orten. „Die können ihre Geschäfte, Konflikte und Notdurft dann mitten auf dem Klima-Boulevard abwickeln - dafür aber wenigstens im Schatten“, so Gemeinderat Wolfgang Seidl (FPÖ).

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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