28.08.2020 07:34 |

Rekord-Regierungschef

Darmerkrankung: Japans Premier Abe tritt zurück

Japans Langzeit-Regierungschef Shinzo Abe hat am Freitag angekündigt, seine Funktion zurückzulegen. Als Grund gab der 65-Jährige an, dass sich sein Gesundheitszustand zuletzt verschlechtert habe. Schon seit Wochen mehrten sich Spekulationen über Abes Gesundheit, die durch zwei Krankenhausbesuche noch zusätzlich befeuert wurden. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wolle er noch im Amt bleiben, sagte er am Freitag. Abe ist der am längsten amtierende Premier Japans.

Abe leidet bereits seit Längerem an einer Darmerkrankung. In seiner Rede an die Nation, die vom öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NHK live übertragen wurde, gab er bekannt, dass er seit Kurzem ein neues Medikament einnehme. In den vergangenen Wochen hatte sich der Regierungschef öfter ins Krankenhaus begeben.

Längstdienender Regierungschef Japans
Mit dem Rücktritt wolle er verhindern, dass sein Zustand die „nationale Politik beeinträchtigt“, so Abe. Der Politiker der Liberaldemokratischen Partei hatte 2006-2007 und zuletzt seit 2012 die Regierung geführt. Damit ist er der am längsten amtierende Regierungschef in der Geschichte Japans.

Bereits seine erste Amtszeit endete aufgrund einer Darmerkrankung nur ein Jahr nach Antritt. Als er 2012 erneut zum Regierungschef gewählt wurde, gab er an, die Krankheit überwunden zu haben. Die aktuelle Legislaturperiode würde im September 2021 enden.

Zustand zuletzt verschlechtert
In den vergangenen Wochen kämpfte Abe laut Medienberichten allerdings wieder mit einer Erkrankung. Im Juli wurde berichtet, dass Abe Blut gespuckt haben soll. Die Gerüchte wurden zuletzt unter anderem durch dessen Entscheidung genährt, während der Corona-Pandemie Pressekonferenzen zu vermeiden.

In der Corona-Pandemie ist Abe in den Umfragen zu seiner Beliebtheit abgestürzt. Zwar verzeichnet Japan im internationalen Vergleich relativ wenige Infektionsfälle, der Regierung werden aber Versäumnisse bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise vorgeworfen.

Der japanische Aktien-Leitindex Nikkei rutschte nach dem ersten Bericht über einen möglichen Rücktritt des Regierungschefs zwei Prozent ins Minus.

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