19.08.2020 06:01 |

Trefferquote ist hoch

Faktencheck: So gut sind die Corona-Tests

Knapp 24.000 Österreicher wurden bisher positiv auf Covid-19 getestet. Das passiert mittels PCR-Methode, die das Erbgut des Virus SARS-CoV-2 im Körper nachweist. Die Trefferquote dabei ist hoch - die Interpretation komplex.

Im ORF-„Sommergespräch“ ließ FPÖ-Obmann Norbert Hofer am Montagabend aufhorchen: Bis zu 50 Prozent der Corona-Testergebnisse seien falsch, so der Politiker. Ähnliches wird auch in diversen Onlinevideos und Artikeln verbreitet.

Machen die PCR-Tests, die aktuell unter anderem zur Einreise aus Risikogebieten benötigt werden, also gar keinen Sinn? Die „Krone“ hat bei Georg Mustafa nachgefragt. Er leitet das Salzburger Medilab und ist Präsident der Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie.

Trefferquote liegt bei über 99 Prozent
„PCR-Tests sind zuverlässig“, sagt der Mediziner. Das bestätigt eine Studie der Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboren. Sie kam bei positiven Proben auf eine Trefferquote von 99,7 Prozent, bei negativen Proben auf 98,6 Prozent. „Bei einem negativen Ergebnis hat man also eine sehr hohe Sicherheit, zum getesteten Zeitpunkt nicht mit dem Virus infiziert zu sein“, sagt Mustafa.

Eine Momentaufnahme. So weit, so klar. Komplexer wird die Sache bei einem positiven Ergebnis. Das bedeute, so der Mediziner, nicht zwingend, dass man auch ansteckend sei. Beim PCR-Test nachgewiesen wird nämlich die Erbsubstanz von Covid-19. „Was wir nicht testen, ist, ob das Virus vermehrungsfähig ist. Nach acht bis neun Tagen ist es zwar nachweisbar, aber häufig nicht mehr infektiös.“

Tests im Hotel für Kroatien-Urlauber
Kritik wurde auch laut, ob Tests in Urlaubsländern zuverlässig sind. Der Hotelbetreiber Falkensteiner reagiert nun und bietet österreichischen Urlaubern in seinen kroatischen Hotels kostenlose PCR-Tests an.

Ein solcher erspart nach der Heimkehr die Quarantäne ebenso wie langes Warten auf Ergebnisse. Die heimischen Labore wurden von der Reisewarnung für Kroatien überrascht. Mit einer Woche Vorlauf hätte man für alle Rückkehrer ausreichend Kapazitäten schaffen können, so der Vorwurf an die Politik.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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