Ball liegt bei ÖFB-Ass

Alabas wilder Poker bei Bayern: Das sagt Herzog!

Der frühere Bayern-München-Legionär Andreas Herzog sieht seinen Ex-Klub vor dem Champions-League-Halbfinale am Mittwoch (21 Uhr, live im sportkrone.at-Ticker) gegen Olympique Lyon als den großen Favoriten auf den Titelgewinn. Ein wichtiger Puzzleteil im Ensemble ist David Alaba, der unter Flick seit dessen Amtsübernahme im November 2019 zum Abwehrchef avanciert ist. „Er ist einer der absoluten Führungsspieler“, sagte Herzog über seinen Landsmann, über dessen Zukunft wegen seines Vertragsendes 2021 auch beim CL-Finalturnier in Lissabon heftig spekuliert wird.

Herzog sieht den Ball bei Alaba. „Er muss die Entscheidung treffen, ob er seine Karriere dort beenden will und noch viele Titel gewinnen will, oder ob er ein neues Abenteuer in Angriff nimmt.“ Ein Verein wie Bayern hätte die Kapazität, Spieler zu halten - wenn Klub und Spieler das wollen. Dass in dieser Situation auch um Vertragsinhalte gepokert werde, bezeichnete Herzog als „normal“.

Situation vor Halbfinale gegen Lyon „trügerisch“
Nun wartet auf Alaba und Co. Lyon. Die Situation nach dem 8:2-Kantersieg im Viertelfinale gegen den FC Barcelona sei aber „trügerisch“. Barcelona sei von allen Mannschaften, die noch im Bewerb waren, jene gewesen, „die am schlechtesten verteidigen konnte oder wollte“, meinte Herzog. „Lyon ist ein anderer Prüfstein. Das ist eine Mannschaft, die viel kompakter steht.“ Zudem hätten die Franzosen mit Juventus Turin und Manchester City bereits zwei Topklubs eliminiert.

„Von den vier Teams hat jeder seine Qualitäten“, betonte Herzog. Paris Saint-Germain, RB Leipzig und Lyon seien in der Fußball-Königsklasse aber noch nie bzw. sehr lange nicht so weit gekommen. Bayerns Erfahrung in Drucksituationen könnte den Ausschlag geben.

Herzogs Bayern-Jahr
Der Wiener hatte mit den Münchnern 1996 selbst den UEFA-Cup gewonnen, kam im Finale gegen Girondins Bordeaux (2:0 und 3:1) aber nicht zum Einsatz. Nach nur einer Saison kehrte Herzog zu Werder Bremen zurück. Von Bayerns nunmehrigem Vorstand Oliver Kahn musste sich Österreichs Rekordnationalspieler einst im Ligaspiel gegen Stuttgart sogar auf dem Platz durchschütteln lassen.

„Es war ein schweres Jahr, aber trotzdem super lehrreich“, erklärte Österreichs Rekordnationalspieler. „Ich habe auch meine Fehler gemacht, die ich heute mit der Erfahrung anders machen würde.“ Die Bayern bezeichnete er dennoch als „einen der Top-3-Vereine auf der Welt“ - und nach wie vor einen der bestgeführten. Einen großen Teil des aktuellen Erfolges gesteht Herzog dem Trainer zu. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft funktioniert. Hansi Flick macht einen super Job“, betonte der 51-Jährige.

Aus in Israel, aber keine Eile
Er selbst blickt auf ein Engagement in Israel zurück, das ob der Coronavirus-Situation schneller zu Ende gegangen sei als erhofft. „Die Planungsunsicherheit hat dazu beigetragen“, erklärte Herzog das im Juni, nach weniger als zwei Jahren, erfolgte freiwillige Ende seiner Teamchef-Tätigkeit.

Im Sommer hätte Herzog laut eigenen Angaben bereits „zwei bis drei Möglichkeiten“ auf ein neues Trainer-Engagement gehabt. Dabei hätte ihm aber noch die 100-prozentige Überzeugung gefehlt. „Ich habe keine Eile, dass ich irgendetwas erzwingen möchte.“ Auch die USA (Co-Trainer und U23-Coach) und Israel seien nie auf seiner Agenda gestanden. „Ich bin gelassen, dass wieder etwas Cooles daherkommt.“

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Mittwoch, 23. September 2020
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