14.08.2020 19:15 |

War Urteil zu milde?

Copygate: Renault fordert Abzug von allen Punkten

Im „Copygate“-Disput um angeblich kopierte Teile fordert der Formel-1-Rennstall Renault, dass Racing Point die meisten der in dieser Saison herausgefahrenen Punkte abgezogen werden. Das französische Werksteam ficht das Urteil der Rennkommissare gegen Racing Point an, die dem Team nur 15 Punkte gestrichen und zusätzliche eine Geldstrafe von 400.000 Euro angeordnet hatten.

„Wir hatten eine Strafe erwartet, die mit anderen Strafen in der Vergangenheit konsistent ist“, erklärte Cyril Abiteboul, der Teamchef der Franzosen, am Freitag bei einer Video-Pressekonferenz. Sein Team war im vergangenen Herbst beim Grand Prix von Japan nachträglich disqualifiziert worden. Damals wurden den Renault-Piloten Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg, die in Form des Bremssystems unerlaubte Hilfen gehabt haben sollen, sämtliche Punkte gestrichen. Der Entscheidung war pikanterweise ein Protest von Racing Point vorausgegangen.

Wüsste nicht, warum es einen Rabatt für Racing Point geben sollte
„Es hat keinen Rabatt für Renault gegeben, also wüsste ich nicht, warum es einen Rabatt für Racing Point geben sollte. Es sollten alle Punkte sein in allen Rennen, wo wir protestiert haben“, sagte Abiteboul. Renault hatte seit dem zweiten Grand Prix in Spielberg im Juli immer Protest gegen den Konkurrenten eingelegt.

Hintergrund des Streits ist, dass Racing Point beim Designprozess der Bremsschächte des aktuellen Rennwagens die sportlichen Regeln des Automobil-Weltverbands (FIA) verletzt haben soll. Die Teile seien direkte, plumpe Kopien der Komponenten von Branchenführer Mercedes, so der Vorwurf.

FIA-Stewards stellten Verstoß fest
Die FIA-Stewards stellten demgemäß tatsächlich einen Verstoß gegen die Regularien fest, erlaubten Racing Point aber, die Saison mit den beanstandeten Bremsschächten fortzusetzen. Auch die individuellen WM-Punkte der Racing-Point-Fahrer Lance Stroll, Sergio Perez und Ersatzmann Hülkenberg blieben unangetastet, was Renault überhaupt nicht schmeckte.

Mit dem Punkteabzug hat Racing Point in der laufenden Saison in fünf Rennen 41 Zähler herausgefahren und liegt trotzdem noch fünf Punkte vor Renault an der fünften Stelle der Konstrukteurswertung. In der Fahrerwertung sind die Racing-Point-Akteure Stroll und Perez direkt vor dem Renault-Duo Ricciardo und Esteban Ocon platziert.

Neben Renault hat auch Ferrari gegen die Entscheidung der Stewards Protest eingelegt - und Racing Point selbst, allerdings vom konträren Standpunkt aus. Das Team bringt vor, nichts falsch gemacht zu haben, und fordert die Rücknahme der Strafe.

krone Sport
krone Sport
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 19. September 2020
Wetter Symbol

Sportwetten

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.