10.08.2020 12:53 |

Überlebt 80 Grad!

Urzeitkrebs-Art am heißesten Ort der Erde entdeckt

Am heißesten Ort der Erde, der Geröllwüste Lut im Iran, haben Forscher lebende Urzeitkrebse entdeckt. Wie der Experte Martin Schwendtner vom Naturhistorischen Museum (NHM) Wien herausfand, handelt es sich um eine bisher unbekannte Art. Nach seltenen Regengüssen schlüpfen ihre Larven aus Eiern und die kleinen Süßwasserkrebse leben in kurzlebigen Seen.

Im Jahr 2017 durchstreifte ein Wissenschaftler im Zuge einer Expedition die Wüste Lut, die mit 51.800 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, die Steiermark und das Burgenland zusammen ist. Satelliten der US-Raumfahrtbehörde NASA hatten dort mit 80,8 Grad Celsius die höchste jemals weltweit registrierte Oberflächentemperatur gemessen. Die Hitze ist unter anderem auf sehr dunkles Geröll zurückzuführen, das sich besonders stark aufheizt.

Es gibt minimale Niederschläge von im Schnitt drei Zentimetern pro Jahr und einen extrem salzhaltigen Fluss dort. „Nach stärkeren Regenfällen können sich aber vereinzelt temporäre Gewässer bilden“, so die Forscher um Hossein Rajaei vom Naturkundemuseum in Stuttgart. Der Schmetterlingsspezialist fand dort in solch einer Lacke ein paar Urzeitkrebse (Feenkrebse) und zog den Wiener Krebsspezialisten Schwendtner zu Rate. Der beschrieb sie als neue Art, die sich „sowohl in ihrem Aussehen wie auch genetisch von den bisher bekannten Arten unterscheidet“.

„Dauereier“ überleben Jahrzehnte im Boden
Die neue Krebs-Art, die den wissenschaftlichen Namen Phallocryptus fahimii verpasst bekam, vermehrt sich mithilfe von „Dauereiern“, so die Forscher. „Man weiß, dass sie Jahrzehnte im ausgetrockneten Boden überleben können, und die Larven schlüpfen, sobald sich nach Regenfällen Gewässer bilden“, erklärt Schwendtner: „Dass sie sogar in der Wüste Lut überleben können, zeigt wie widerstandsfähig diese Dauereier sind“.

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