24.07.2020 09:03 |

Wollte Strafe entgehen

Tippfehler in Todesurkunde lässt Betrug auffliegen

Weil er einer Verurteilung wegen Autodiebstahls entgehen wollte, hat ein 25-Jähriger aus New York seinen eigenen Tod vorgetäuscht. Bei der Ausführung seines Plans unterlief ihm allerdings ein verhängnisvoller Fehler: Ein Tippfehler überführte den quicklebendigen Betrüger - er muss jetzt mit bis zu vier Jahren zusätzlicher Haftstrafe rechnen.

Robert Berger hatte sich schuldig bekannt, ein gestohlenes Fahrzeug besessen zu haben - beim Versuch, einen Pickup-Truck zu stehlen, wurde er auf frischer Tat ertappt. Wegen dieser Delikte sollte dem 25-Jährigen bereits vergangenen Oktober der Prozess gemacht werden. Aber vor dem Prozess erreichte die Behörde eine Sterbeurkunde - der Angeklagte habe Selbstmord begangen, war darauf zu lesen.

Ausstellende Behörde war falsch geschrieben
Auf den ersten Blick sah auch alles authentisch aus, erzählte Staatsanwältin Madeline Singas der „New York Times“. Doch auf den zweiten fielen einige Ungereimtheiten auf. Die Schriftart und -größe in einigen Passagen wirkte verdächtig, doch am auffälligsten war ein Tippfehler, der auf dem angeblichen Dokument: Statt „Registry“ stand „Regsitry“ auf der Sterbeurkunde. Dieser Fehler betraf ausgerechnet die Schreibweise jener Behörde, die das Schriftstück ausgestellt haben soll.

Staatsanwältin: „So etwas habe ich noch nie gesehen
Die Ermittler erklärten, es reichte eine simple Google-Suche und ein paar Tage Zeit, um festzustellen, dass es sich bei der Urkunde eine Fälschung handelte. „Wir haben bereits gesehen, dass Menschen ihren Tod vortäuschen, damit sie Leistungen aus der Lebensversicherung erhalten. Oder dass Familienmitglieder versterben und niemand wird benachrichtigt, damit man weiterhin Geld erhält“, erklärte Singas. „Aber so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Der 25-Jährige schaffte es trotz seines vorgetäuschten Todes nicht, unter dem Radar der Exekutive zu bleiben. So wurde er in Pennsylvania verhaftet, weil er sich mit einer falschen Identität ausweisen wollte.

„Gefälschte Dokumente bei der Staatsanwaltschaft einzureichen ist immer eine schlechte Idee“, betonte Singas. „Obwohl er auch so erwischt worden wäre, macht die fehlende Rechtschreibprüfung diesen mutmaßlichen Betrug besonders außergewöhnlich“, stellte die Staatsanwältin abschließend fest.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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