16.07.2020 16:31 |

Erste Bilder gefunkt

Sonde fotografiert „Lagerfeuer“ auf der Sonne

Kein halbes Jahr nach ihrem Start Anfang Februar hat die Raumsonde „Solar Orbiter“ erste Bilder von der Sonne zur Erde gefunkt. Obwohl dies nur die ersten Aufnahmen seien, könne man bereits interessante neue Phänomene sehen, erläuterte Daniel Müller, Projektwissenschaftler der europäischen Raumfahrtorganisation ESA, am Donnerstag bei der Präsentation der Fotos.

So könne man auf den ersten Aufnahmen etwa die allgegenwärtige Miniatur-Sonneneruptionen, die sogenannten Lagerfeuer (Bild unten) nahe der Oberfläche unseres nächsten Sterns, ausmachen. Ein Phänomen, das zuvor noch nie so genau beobachtet werden konnte. „Wir haben von Anfang an nicht wirklich mit so großartigen Ergebnissen gerechnet“, wird Müller auf der ESA-Website zitiert.

Einzigartig sei auch, dass bisher keine Mission Bilder von der Sonne aus einer derart geringen Entfernung aufnehmen konnte. Nur 77 Millionen Kilometer, quasi der halbe Weg zwischen Erde und Sonne, war der vom Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt gesteuerte Orbiter bei den Aufnahmen von unserem Heimatstern entfernt.

Anfang Februar Richtung Sonne gestartet
Der „Solar Orbiter“ war Anfang Februar vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet. Der Orbiter der ESA und der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA soll auf seiner rund 1,5 Milliarden Euro teuren Mission neue Erkenntnisse zu unserem Zentralgestirn ermöglichen.

Mit jedem Umlauf kommt die Sonde dem Zentralgestirn näher und soll Anfang 2022 in einem Abstand von 48 Millionen Kilometern mit dem eigentlichen wissenschaftlichen Programm beginnen. Sie soll sich der Sonne noch bis auf 42 Millionen Kilometer nähern.

Mission mit österreichischer Beteiligung
An der Mission beteiligt ist auch das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF), das die Antennenkalibrierung abwickelte, den Bordcomputer für das Radiowelleninstrument RPW baute. Astrid Veronig vom Institut für Physik und Leiterin des Observatoriums Kanzelhöhe der Universität Graz zeichnet zudem für die wissenschaftliche Leitung der Software-Entwicklung für das Röntgenteleskop STIX (Spectrometer Telescope for Imaging X-rays) an Bord des „Solar Orbiter“ verantwortlich. Die Wiener Weltraumfirma RUAG Space zeichnet für die Thermalisolation des gesamten Satelliten verantwortlich.

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