30.06.2020 06:02 |

Bauen mehr Dämme

Biber in Alaska profitieren von der Klimaerwärmung

Neue Untersuchungen zeigen, dass die Biber in Alaska vom Klimawandel profitieren. Die Nagetiere würden sich in rasantem Tempo ausbreiten und viele Tundra-Regionen besiedeln, in denen sie früher nicht vorkamen, teilte am Dienstag das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) im deutschen Bremerhaven mit. Die von den Bibern gebauten Dämme und die dabei entstehenden Wasserflächen beschleunigen aber vermutlich das Auftauen der Permafrostböden, befürchten Experten.

Da sie in ihrer neuen Heimat immer mehr Dämme bauen, entstehen auch immer mehr Seen. Diese können mehrere Hektar groß werden und das Auftauen des Dauerfrostbodens beschleunigen. Der Klimawandel könnte dadurch weiter angekurbelt werden, befürchten die AWI-Forscher.

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Biber sind den Wissenschaftlern zufolge in der Lage, ihren Lebensraum gezielt umzugestalten. „Dabei gehen sie äußerst effektiv vor“, sagte Ingmar Nitze vom AWI. Oft würden sie ihre Dämme (Bild unten) genau dort bauen, wo sich mit wenig Aufwand ein großer Effekt erzielen lasse, zum Beispiel an Abflusskanälen ehemaliger Seen.

Seen können Auftauen des Bodens beschleunigen
Das Forscherteam beobachtete die Entwicklung des Permafrostbodens in Alaska mittels Satellitenbildern. Sie schauten, wie sich dort Seen und andere Wasserflächen verteilen. Da das Wasser etwas wärmer ist als der umliegende Boden, könnten die Seen das Auftauen weiter beschleunigen.

Bereits 2018 hatten die Wissenschaftler festgestellt, dass Biber in einem gut 18.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Nordwesten Alaskas in nur fünf Jahren insgesamt 56 neue Seen schufen. Für die nun veröffentlichte Studie wurden zwei andere Regionen Alaskas über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht.

Zahl der Biberdämme nimmt rasant zu
Das Ergebnis: Die Zahl der Dämme in einem Untersuchungsgebiet stieg zwischen 2002 und 2019 von zwei auf 98 - ein Zuwachs von 4900 Prozent! Insgesamt vergrößerte sich die Wasserfläche in dieser Region um 8,3 Prozent. Zwei Drittel dieses Zuwachses rechnen die AWI-Forscher den Bibern zu.

Auch im zweiten Untersuchungsgebiet gab es ein exponentielles Wachstum. „Ungefähr alle vier Jahre verdoppelt sich die Zahl dieser Strukturen“, erklärte Nitze. Das Klima in Alaska sei für die Biber günstig. Durch die steigenden Temperaturen fänden sie mehr Nahrung und Baumaterial.

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