Pure Euphorie

„On Klopp of the World!“ Liverpool spielt verrückt

Liverpool ist „On Klopp of the world!“ Die Euphorie nach dem Gewinn der englischen Meisterschaft ist riesig. Ex-Fußballer und britische Medien überschlaagen sich am Freitag mit Lobeshymnen. Auch die Fans waren außer sich. Trotz der Bitten ihres geliebten Meistertrainers Jürgen Klopp und der Stadt, zuhause zu bleiben, feierten sie die ganze Nacht rund um das Anfield-Stadion. Der unterlegene Pep Guardiola gratulierte artig.

„Nach 30 Jahren ohne eine englische Meisterschaft sind die Reds wieder Champions, und nach einer Saison für die Ewigkeit könnte es nicht verdienter sein“, befand die Zeitung „The Independent“. Liverpool-Ikone Kenny Dalglish schwärmte mit glasigen Augen: „Jürgen Klopp hat fantastische Arbeit geleistet.“ Der Deutsche Trainer und seine Spieler kämpften nach dem Triumph selbst mit den Tränen, Klopp musste sogar ein Fernsehinterview abbrechen.

Saison der Superlative
Es war eine Saison der Superlative, die Liverpool hingelegt hat. In den ersten 21 Partien hamsterten die „Reds“ 61 Punkte. Das ist - bei Anwendung der Drei-Punkte-Regel - der beste Wert, den in den fünf europäischen Topligen England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich jemals eine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt geholt hat. Nach der 29. Runde lag Tabellenführer Liverpool 25 Punkte vor dem Zweiten Manchester City. Das ist der größte Vorsprung, den je ein Team in England hatte.

Liverpool sicherte sich den Meistertitel außerdem sieben Spieltage vor dem Ende der Premier-League-Saison. So früh gelang das keinem Team zuvor. Manchester United in der Saison 2000/01 und ManCity 2017/18 feierten den Meistertitel fünf Spieltage vor dem Saisonende.

Liverpool kann überdies noch die meisten Punkte in einer Spielzeit holen. ManCity, das Team von Trainer Pep Guardiola, hatte als erstes Team die 100-Punkte-Marke geknackt. Um das zu toppen, muss der neue Meister aus den verbleibenden sieben Spielen 15 von möglichen 21 Zählen holen.

Pep gratuliert
Guardiola gab sich am Donnerstagabend, gleich nachdem der Titel endgültig verloren war, als fairer Verlierer. „Glückwunsch an Liverpool, ihre Fans, den Trainer, die Spieler. Wohlverdient“, sagte er und zeigte sich beeindruckt. Liverpool habe mit „unglaublichem Fokus“ gespielt.

„Guardiolas Herrschaft ist vorbei“
„Pep Guardiolas zweijährige Herrschaft ist vorbei“, resümierte der „Daily Mirror“. Citys 1:2-Niederlage bei Chelsea hatte den Erfolg der „Reds“ perfekt gemacht. Bei 23 Punkten Vorsprung können sie nicht mehr eingeholt werden. Eine „Vernichtung“ nannte es der „Guardian“. Man habe den Eindruck, Klopps Team würde „nach anderen physikalischen Gesetzen funktionieren als alle anderen“.

Wichtige Ex-Salzburger
Einen Anteil daran hatten auch drei ehemalige Spieler von Österreichs Meister Salzburg. Sadio Mane, Naby Keita und seit Winter Takumi Minamino sind Teil der Gruppe, die Klopp meisterhaft zusammengeführt hat. „On Klopp of the World“, schrieb der „Daily Star“ über Team und Trainer.

Die Hoffnung vieler Liverpool-Fans ist nun, dass Klopp mit seinem Starensemble in den kommenden Jahren weitere Titel sammelt. Der langjährige Liverpool-Profi Jamie Carragher, der mit dem Club 2005 die Champions League gewann und nun als TV-Kommentator arbeitet, sagte: „Dieses Liverpool-Team wird nun versuchen wollen, es Manchester City nachzumachen und den Titel zu verteidigen.“ Er glaube nicht, „dass ein Titel für Jürgen Klopp und seine Mannschaft genug ist, so viel Energie, wie die haben“.

Mit 19 Meistertiteln hat der Club aus der Beatles-Stadt einen weniger als der Erzrivale und Rekordmeister Manchester United, der Liverpool unter Trainer Sir Alex Ferguson von den 1990er-Jahren an den Rang abgelaufen hatte. Nun scheint sich das Kräfteverhältnis in England endgültig wieder verschoben zu haben.

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