Ohne viel Gemecker

Streit um kranke Ziegen endete mit einem Bußgeld

An Pseudo-TBC erkrankte Ziegen sollte ausgerechnet der Obmann des Ziegenzuchtverbandes an zwei Bauern verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Linz warf ihm schweren Betrug vor. Doch zu einem langen Prozess kam es gar nicht. Der Landwirt gestand den Verkauf ein – das reichte für Diversion mit Bußgeld.

„Krone“-Leser kennen die Vorgeschichte: Unter den heimischen Ziegenzüchtern war es zum Streit gekommen. Gegen den Geschäftsführer des Landesverbandes für Ziegenzucht und -haltung wurden schwere Vorwürfe erhoben. Er soll kranke Tiere verkauft haben.

Anonyme Anzeige
Anonyme Anzeigen, Zivilprozesse und schließlich eine Anklage wegen schweren Betruges gegen den Züchter und einen weiteren Landwirt waren die Folgen. Am Montag sollte der Prozess in Linz über die Bühne gehen. Um den Sachverhalt restlos aufzuklären wären, sagte Verteidiger Thomas Moser, mehrere Gutachten und auch viele Zeugen notwendig gewesen.

Milch ist verwertbar
Doch so weit kam es gar nicht. Die beiden Angeklagten gestanden den Verkauf der Ziegen zu. Ob diese krank waren oder nicht, war dann kein Thema mehr. Verteidiger Peter Vogl: „Eine Erkrankung hat auch keinen Einfluss auf die Verwertbarkeit der Milch.“

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Ohne Strafe
Die kurze Verhandlung endete mit Diversion und ohne Strafe. Die beiden Ziegenbauern bezahlten sofort 1400 Euro bzw. 490 Euro Bußgeld und Gerichtskosten. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.

„Mussten Tiere verkaufen“
Und die „Opfer“: Ein Ziegenkäufer hatte sich bereits mit dem Verband am Zivilgericht geeinigt. Eine Ziegenbäuerin hingegen machte im Gerichtssaal ihrem Ärger Luft: „Wir mussten die Ziegen verkaufen, weil wir von der Molkerei keinen Vertrag mehr bekommen hätten.“

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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