06.06.2020 06:00 |

Situation durchwachsen

Schon jeder Zweite war wieder beim Wirt

Seit rund drei Wochen darf die Gastronomie wieder öffnen. Die Hälfte der Österreicher war auch schon wieder in einem Lokal. Doch die Stimmung bleibt weiterhin gedämpft.

Zwei Monate mussten Restaurant-, Kaffee- und Wirtshäuser coronabedingt ihre Pforten schließen. Die Wiedereröffnung am 15. Mai wurde vielerorts herbeigesehnt. Doch nicht überall haben sich die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Neustart erfüllt. Vor allem in Betrieben, die stark von Touristen abhängig sind, blieben wegen der Reisebeschränkungen die Gäste aus. Gleiches gilt für viele Wirtshäuser auf dem Land. Dort schlagen sich die Probleme auf dem Arbeitsmarkt nieder.

Ein Drittel will bald ein Lokal besuchen
Unterm Strich hat die Hälfte der Österreicher seit der Wiedereröffnung ein Restaurant, Kaffeehaus usw. besucht. Ein weiteres Drittel hat die Absicht, dies demnächst zu tun, so eine Gallup-Umfrage. Ein Grund, warum die Hälfte noch zögert, sind die Einschränkungen (Reservierungspflicht, maximale Gästezahl pro Tisch usw.). „Der Besuch eines Restaurants ist mehr als Nahrungsaufnahme. Man geht in ein Lokal, um Freunde zu treffen und dem Bedürfnis nach Geselligkeit Rechnung zu tragen“, so Gallup-Chefin Andrea Fronaschütz. Das sei aber derzeit nur eingeschränkt möglich.

Ob die geplanten weiteren Lockerungen mit dem 15. Juni helfen, bleibt zu hoffen. Denn laut Umfrage wollen zwar neun von zehn Österreicher weiterhin Lokale besuchen. Allerdings haben 41 Prozent die Absicht, dies unter den jetzigen Bedingungen seltener zu tun.

Neue Hilfsmaßnahmen in Aussicht gestellt
Bei einem Gespräch von Kanzler Sebastian Kurz und Ministerin Elisabeth Köstinger mit Vertretern der Hotellerie und Gastronomie am Donnerstag stellte man zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Liquidität sowie ein rasches Einlangen der Hilfen bei den Betrieben in Aussicht.

„Situation ist noch sehr durchwachsen“
Seit 15. Mai darf die Gastronomie wieder Gäste empfangen. Doch nicht jedes Restaurant oder Kaffeehaus ist zufrieden. Mario Pulker, Gastronomie-Obmann in der WKO, im „Krone“-Interview.

„Krone“: Rund drei Wochen hat die Gastro wieder geöffnet. Wie ist die Lage?
Mario Pulker: Immer noch total durchwachsen. Gehobene Lokale hatten einen ganz guten Geschäftsstart, bei normalen Wirtshäusern auf dem Land ist noch Luft nach oben.

Woran liegt es?
Man merkt, dass die vielen Arbeitslosen und Menschen in Kurzarbeit natürlich auf der Bremse stehen. Auch die Angst spielt noch eine Rolle. Viele bestellen ihr Essen immer noch und holen es dann ab oder lassen es zustellen.

Wie geht es weiter?
Wir hoffen, dass mit den Lockerungen der Beschränkungen ab 15. Juni, wenn auch größere Gruppen, Hochzeiten usw. wieder erlaubt sind, es dann besser wird.

Gerald Hofbauer, Kronen Zeitung

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