02.06.2020 10:42 |

Schockierende Videos

USA: Polizei geht mit exzessiver Gewalt vor

Die landesweiten Proteste in vielen Städten der USA fanden am Montag bereits die siebente Nacht in Folge statt. Während Präsident Donald Trump mit dem Einsatz des Militärs gegen die eigene Bevölkerung drohte, eskaliert die Gewalt immer weiter. Zahlreiche Videos in den sozialen Netzwerken belegen die unverhältnismäßige und exzessive Anwendung von Gewalt durch die Polizei gegen zumindest teilweise friedlich agierende Demonstranten. Besonders häufig kam es seit Beginn der Proteste zum Einsatz von Tränengas, Pfefferkugeln oder Gummigeschossen.

Die Fotografin Linda Tirado verlor am Freitag ihr Augenlicht auf dem linken Auge, nachdem sie von Gummigeschossen der Polizei getroffen worden war. „Ich werde auf meinem linken Auge dauerhaft blind bleiben“, sagte sie nach dem Vorfall. In Seattle kam es am Montagabend zu besonders heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die eine Versammlung durch massiven Einsatz von Tränengas auflöste.

Tote bei Protesten nahe Chicago
Bei Protesten in einem Vorort von Chicago kamen zwei Menschen ums Leben, Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Laut NBC sollen mehr als 100 Polizisten im Einsatz gewesen seien, mindestens 60 Personen wurden festgenommen. In St. Louis wurden vier Beamte von Schüssen getroffen, ihre Verletzungen sind nicht lebensbedrohlich. Auf Twitter macht derzeit ein Video die Runde, das zwei Polizeibeamte dabei zeigt, wie sie einen älteren Mann mit einem Gehstock so lange stoßen, bis dieser zu Boden fällt. Welche Verletzungen der Mann nach dem Gewalteinsatz der Polizei davontrug, ist derzeit nicht bekannt.

Bewaffnete Bürgerwehren üben Selbstjustiz
In den sozialen Netzwerken zirkulieren außerdem Videos von weißen Bürgerwehren, die in einigen Fällen von der Polizei zumindest geduldet werden. Videos zeigen, dass die mit Baseballschlägern, Knüppeln und teilweise sogar mit halb automatischen Gewehren bewaffneten Männer gewalttätig gegen Demonstranten vorgehen und dabei Selbstjustiz üben. In dem unten stehenden Video steht ein Mann auf einem Dach und sagt: „So erobert man seine Nachbarschaft zurück. Die Polizei ist unten und wir sind hier oben. So bewacht man seine Gegend.“ Davor machten die Männer mit ihren Schusswaffen Fotos mit der Polizei.

Spirale der Gewalt dreht sich weiter
Ein Video aus der Stadt Philadelphia zeigt, wie die Polizei mit Tränengas auf eine Gruppe von Menschen schießt, die vor einer Böschung stehen und deshalb keine Möglichkeit haben, die Flucht zu ergreifen. Einige schreien dabei „Ich kann nicht atmen“, genauso wie der Afroamerikaner George Floyd während seiner Verhaftung, die später zu seinem Tod führte, weil ein weißer Polizist fast acht Minuten auf seinem Hals kniete.

In der Nacht auf Dienstag kündigte Trump an, das Militär gegen die Demonstranten einsetzen zu wollen, um die „Gesetzlosigkeit“ zu beenden. Laut gängiger Rechtsmeinung hat Trump jedoch keine Befugnis dazu.

Martin Grob
Martin Grob
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