01.06.2020 10:50 |

Virulenz „minimal“

Experte: „Corona existiert in Italien nicht mehr“

Eine umstrittene Aussage des Arztes Alberto Zangrillo sorgt in Italien für Aufsehen. In einem Fernsehinterview sagte der Leiter der Abteilung für Intensivtherapien an der San-Raffaele-Klinik in Mailand: „Noch vor einem Monat behaupteten Epidemiologen, Italien würde Anfang Juni eine neue Epidemiewelle drohen. Das ist lächerlich. Das Virus existiert vom klinischen Standpunkt betrachtet nicht mehr.“

Aus den Abstrichen der vergangenen zehn Tage gehe klar hervor, dass die Virulenz des neuartigen Coronavirus im Vergleich mit dem Stand vor zwei Monaten „minimal“ sei. „Das sage ich im Bewusstsein des Dramas der vielen Patienten, die es nicht geschafft haben“, sagte Zangrillo.

Vorwurf an Regierung: Land lahmgelegt, Italiener „terrorisiert“
Er beschuldigte die Regierung um Premier Giuseppe Conte, sich von Virologen beraten zu lassen, die das Land lahmgelegt und die Italiener terrorisiert hätten. „Wir wollen die Patienten behandeln, aber wir müssen auch dafür sorgen, dass Italien zu einem normalen Leben zurückfindet. Italien ist in der Lage, heute schon ein normales Leben zu führen“, sagte Zangrillo.

Gesundheitsrat: „Keine Beweise für Aussage“
Diese Aussagen sorgten in Italien für heftige Kritik. Der Oberste Gesundheitsrat (CTS) der italienischen Regierung, Agostino Miozzo, erwiderte: „Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für Zangrillos Aussagen. Am Sonntag wurden noch 80 Todesopfer und Hunderte neue Infektionsfälle in Italien gemeldet, 50 Prozent von ihnen in der Lombardei, Zangrillos Region.“ Die Corona-Pandemie sei keineswegs schon zu Ende.

Lockdown-Maßnahmen retteten Menschenleben
CTS-Präsident Franco Locatelli bestritt, dass seine Behörde Italien „terrorisiert“ habe. „Wir sollten darüber erfreut sein, dass die Lockdown-Maßnahmen die erhofften Resultate gebracht und die Verbreitung der Epidemie eingegrenzt haben. Damit konnten viele Menschenleben gerettet werden.“ Er bezeichnete Zangrillos Aussagen als „gefährlich“. Niemand dürfe das Drama vergessen, das Italien erlebt habe.

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