Aus Fokus gerückt
Bewohner: „Das Leid in Gaza geht jeden Tag weiter“
Während der Krieg im Iran und in der Region tobt, bleibt auch die Lage im Gazastreifen und Westjordanland angespannt. „Wenn in den Nachrichten von einem neuen Krieg in der Region die Rede ist, haben wir das Gefühl, dass Gaza für die Welt noch unsichtbarer wird – obwohl das Leid hier jeden Tag weitergeht“, sagte ein Bewohner.
Die Menschen wünschten sich „Stabilität und eine Chance, ihr Leben wieder aufzubauen“, sagte Ahmed Al-Masri aus der Stadt Gaza. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen offiziell eine Waffenruhe, die israelische Armee hat sich aus etwa der Hälfte des Gebiets zurückgezogen. Seither bleiben laut den Bewohnerinnen und Bewohnern zwar die großen Bombardements aus, allerdings halten die Aktivitäten der israelischen Armee weiter an. Luftangriffe, Artilleriebeschuss und begrenzte Bodeneinsätze wurden vor allem im Zentrum und Osten des Küstenstreifens fortgesetzt.
Für die Menschen habe der Krieg nie wirklich aufgehört, sagte Masri. Viele Stadtviertel würden noch immer in Trümmern liegen, Familien in beschädigten Gebäuden oder provisorischen Unterkünften wohnen. „Weiterhin ist die humanitäre Lage schlecht“, sagte auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul bei seinem Besuch in Israel Anfang der Woche. Die mehr als zwei Millionen Menschen dürften angesichts des Iran-Kriegs nicht aus dem Blick geraten.
Gestiegene Preise und Straßensperren
Die vorübergehende Schließung aller Gaza-Grenzübergänge ließ die Preise steigen und erhöhte die Abhängigkeit der Bevölkerung von humanitärer Hilfe. Die bereits vorhandenen Vorräte sollten aber „für einen längeren Zeitraum reichen“, sagte die israelische Behörde COGAT. Manche Übergänge wie Rafah sind derzeit weiterhin für die Einfuhr von Hilfsgütern geschlossen. Das UNO-Nothilfebüro OCHA berichtete von Schließungen von Kontrollpunkten und Straßensperren, wodurch die Bewegungsfreiheit unterbrochen worden sei. Dadurch sei der Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen für Palästinenserinnen und Palästinenser erschwert. Mehrere Gemeinden seien weitgehend isoliert.
Radikale Siedler könnten Situation ausnutzen
Im Westjordanland hat sich unterdessen die Gewalt von Siedlerinnen und Siedlern zugespitzt. Seit Kriegsbeginn wurden fünf Palästinenserinnen und Palästinenser bei verschiedenen Vorfällen von Israelis getötet. „Dies ist ein inakzeptabler Vorfall. Es wird null Toleranz geben gegenüber Zivilisten, die das Gesetz in die eigenen Hände nehmen“, sagte Israels Armee dazu, die für die Sicherheit in dem Gebiet zuständig ist. Streitkräfte seien dazu angehalten, Gewalt zu unterbinden.
Menschenrechtsorganisationen befürchten, radikale Siedlerinnen und Siedler nutzten die derzeitige Situation außerhalb des Fokus der internationalen Aufmerksamkeit für ihre vermehrten Angriffe aus. Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute unter drei Millionen Palästinenserinnen und Palästinensern etwa 700.000 Israelis.











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