01.06.2020 09:20 |

50 Mio. Euro Minus

Handel nach Corona: Zwischen Hoffen & Unsicherheit

Frequenzen, die unter der Norm liegen, Millionenverluste und drohende Insolvenzen - der heimische Handel erholt sich nur langsam von der Krise. Gewinner hat Corona keine zurückgelassen, vielmehr herrscht bei Konsumenten und Verkäufern weiterhin Unsicherheit. Mit neuen Modellen und gelockerten Maßnahmen machen viele das Beste aus der Situation - und hoffen auf Entspannung.

„Wir sind noch lange nicht, wo wir vorher waren!“ Diese Einschätzung trifft die Situation des Kärntner Handels besonders gut. Umsatzverluste von 50 Millionen Euro allein im März lassen sich nicht so einfach wettmachen. 1100 Mitarbeiter weniger als im Vergleichszeitraum 2019 beschäftigten die Handelsbetriebe im März. Die Tendenz der Beschäftigten steigt leicht, wie eine Recherche beim Arbeitsmarktservice ergab.

Keine Erholung nach Corona
Von Erholung ist in der Branche aber noch keine Rede. Vielmehr wird abgewartet. Auch wenn die große Insolvenzwelle, die etwa im Modehandel befürchtet wurde, noch ausgeblieben ist, sind viele nicht über den Berg. „Gerade jene, die vor der Krise schon Probleme hatten, straucheln jetzt“, erklärt Raimund Haberl, Handelsobmann in der Wirtschaftskammer.

Start der Touristensaison
Spannend sei für viele Betriebe auch der Start der Touristensaison. „Vieles wird zeitversetzt erst sichtbar werden. Wer seinen Job verloren oder Kurzarbeit hat, kann selbstverständlich weniger konsumieren“, so Haberl. Die Quittung bekämen vor allem Händler.

Die einzigen Nutznießer der Krise sind Lebensmittelhändler. „Gewinner gibt es auch da nicht wirklich!“, betont Haberl. Was zu Beginn gehamstert wurde, müsse auch wieder aufgebraucht werden. Haberl: „Außerdem haben viele zusätzliche Personalkosten für Reinigung oder Desinfektion.“

Anprobieren, schlendern und bummeln
Was vielen trotzdem fehlt, ist das Einkaufserlebnis im stationären Handel. Haberl: „Das Online-Geschäft, auf das viele in der Krise gesetzt haben, gleicht die Verluste nicht aus. Viele Unternehmer sind aber optimistisch und machen das Beste aus der Situation!“ Die Lockerung der Maskenpflicht könnte bald für Entspannung sorgen. 

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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