Nach Corona-Krise

Österreicher wünschen sich „grünen Wiederaufbau“

Politik
26.05.2020 10:26

Eine von der Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage unterstützt Forderungen für ökosoziale Konjunkturpakete. Dabei gaben 84 Prozent der 500 befragten Österreicher an, einem „grünen Wiederaufbau“ den Vorzug zu geben. Auch Wissenschaftler sehen dringenden Handlungsbedarf und fordern ein nachhaltiges Krisenmanagement.

Konkret galt es die Zustimmung auf die Aussage „Ich bin dafür, dass das dafür verwendete Steuergeld immer auch dazu beitragen soll, die Klimakrise zu bekämpfen“, zu bejahen oder zu verneinen, was dann bei 30 Prozent zu einem klaren „Ja“ und 54 zu einem „eher Ja“ führte. Nur sechs Prozent der Teilnehmer der von 14. bis 19. Mai online durchgeführten Erhebung lehnten dies mit einem „Nein“ strikt ab. 91 Prozent bejahten auch, eine Klimakrise zunehmend selbst zu bemerken - und ein Großteil zeigte sich besorgt über Auswirkungen der Erderwärmung auf Gesundheit und heimische Wirtschaft.

Die Österreicher sorgen sich besonders um Landwirtschaft und Tourismus. (Bild: APA/dpa/Patrick Pleul)
Die Österreicher sorgen sich besonders um Landwirtschaft und Tourismus.

Sorge um Gesundheit und Landwirtschaft
Angesprochen auf die extremen Hitzewellen im Sommer und deren negative Auswirkungen auf die Gesundheit, befürchten rund vier von zehn Personen, dass damit auch eine gesundheitliche Gefahr einhergehen könnte. Frauen waren hier deutlich besorgter als Männer. Eher negative Auswirkungen auf die Gesundheit äußerten weitere 46 Prozent. 80 Prozent bejahten, dass sie sich um Tourismus und Landwirtschaft sorgen würden.

Solche Bilder sollen laut Umfrage bald der Vergangenheit angehören. (Bild: stock.adobe.com)
Solche Bilder sollen laut Umfrage bald der Vergangenheit angehören.

Umfrage stützt Investitionsvorhaben
Dass in Krisenzeiten von der Regierung neben ökologischen auch soziale Lösungen gefordert werden, zeigte die Antwort auf die Aussage „Ich bin dafür, dass ausschließlich jene Unternehmen Hilfszahlungen erhalten sollen, die sich an faire Arbeitsrahmenbedingungen wie z.B. Kollektivverträge halten“, die von 90 Prozent bejaht wurde. Für eine volle Ablehnung konnten sich hier nur zwei Prozent der Teilnehmer erwärmen.

Die Klimavorgaben für mögliche Staatshilfen finden breite Zustimmung bei den Österreichern. (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Die Klimavorgaben für mögliche Staatshilfen finden breite Zustimmung bei den Österreichern.

Airline-Rettung nur mit Klimavorgaben
84 Prozent bejahten zudem die Notwendigkeit einer klimafreundlichen Steuerreform: „Die Menschen nehmen dabei die Regierung in die Verantwortung: 93 Prozent der Österreicher fordern von der Politik Rahmenbedingungen, die klimafreundliches Verhalten einfach und kostengünstig machen“, erklärt Jasmin Duregger von Greenpeace. Weitere 85 Prozent zeigen sich zustimmend, dass staatliche Hilfen für Fluggesellschaften an stärkere Klimaschutzbedingungen geknüpft sein müssen.

Besonders der drohende Verlust der Artenvielfalt könnte laut Wissenschaftlern zum Problem werden. (Bild: APA/dpa/Boris Roessler)
Besonders der drohende Verlust der Artenvielfalt könnte laut Wissenschaftlern zum Problem werden.

Auch der Österreichische Biodiversitätsrat sieht dringenden Handlungsbedarf zur Bekämpfung der Klimakrise. Erst vergangene Woche legte man der Bundesregierung ein Perspektivenpapier mit der Forderung vor, die Klimakrise mit ähnlicher Vehemenz zu bekämpfen wie die Corona-Krise. „Die Umweltkrise spitzt sich weiter zu. Der Klimawandel und der damit einhergehende Artenverlust wird auf längere Sicht zur größten Bedrohung unserer Lebensgrundlagen werden“, mahnt Biodiversitätsforscher Franz Essl von der Universität Wien. Die Ankündigungen im Regierungsprogramm sollen trotz Pandemie rasch umgesetzt werden, fordern die Wissenschaftler.

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