08.05.2020 18:40 |

Entführte Millionärin

Verdächtiger Ehemann kommt aus der U-Haft frei

Neue Wende im Fall der seit mittlerweile eineinhalb Jahren verschwundenen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Falkevik Hagen: Ihr Ehemann Tom Hagen, der unter Verdacht steht, die Frau getötet zu haben oder an ihrem Mord beteiligt gewesen zu sein, kommt in Norwegen aus der Untersuchungshaft frei. Die Polizei, die glaubt, dass die Entführung nur vorgetäuscht und die Frau wahrscheinlich getötet wurde, und hält ihre Vorwürfe gegen Hagen daher weiter aufrecht.

Das Oberste Gericht des Landes habe den Berufungsantrag der Polizei gegen das Urteil einer Vorinstanz am Freitag abgewiesen, sagte Svein Holden, der Anwalt des schwerreichen Investors, am späten Freitagnachmittag vor norwegischen Reportern. Dies bedeute, dass der 70-Jährige auf freien Fuß gesetzt werde. Die Polizei teilte mit, die Vorwürfe gegen Hagen blieben bestehen.

Das Bezirksgericht Nedre Romerike in Lillestrom bei Oslo hatte vor rund einer Woche entschieden, Hagen wegen des Risikos der Beweisvernichtung für vier Wochen in Untersuchungshaft zu nehmen. Holden hatte dagegen Berufung eingelegt. Das Obergericht Eidsivating hatte darauf am Donnerstag entschieden, dass er freikommen solle: Zwei der drei Richter waren der Ansicht, dass kein ausreichender Grund für den Verdacht einer Straftat bestehe. Diesen Beschluss wiederum hatte die Polizei beim Obersten Gerichtshof angefochten.

Frau im Oktober 2018 spurlos verschwunden
Hagens Frau Anne-Elisabeth war am 31. Oktober 2018 spurlos aus dem Familienhaus in Lorenskog nahe Oslo verschwunden. Die Polizei ging erst von einer Entführung aus, änderte später aber ihre Haupthypothese dahingehend, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden und die Frau wahrscheinlich getötet worden sei. Ihr Verschwinden gilt als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der jüngeren norwegischen Geschichte.

Polizei nahm weiteren Verdächtigen fest
Am Donnerstagabend hatte die Polizei in dem Fall einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Dem Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren werde vorgeworfen, die Frau getötet zu haben oder an der Tötung beteiligt gewesen zu sein, teilte die zuständige Polizei am Freitag mit.

Unter demselben Verdacht war auch Tom Hagen vergangene Woche festgenommen worden. Der Verdächtige steht nach Polizeiangaben in einer Beziehung zu Tom Hagen und kennt sich mit IT-Werkzeugen und Kryptowährungen aus - das ist deshalb wichtig, weil nach dem Verschwinden der Frau im Haus der Hagens eine Lösegeldforderung in einer Kryptowährung aufgetaucht war.

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